Spiel, Satz und Ausweisung! In einem Emirates-Linienflug verließ Tennis-Superstar Novak Djokovic Sonntagmittag Australien. Noch vor dem ersten Aufschlag des ersten Grand-Slam-Turniers war die Nummer 1 der Welt wieder weg. Er flog von Melbourne nach Dubai. Von dort aus geht die Reise weiter - nach Belgrad oder Dubai.
Elf Tage dauerte der Einreise-Krimi. Drei Richter am Bundesgericht in Melbourne entschieden einstimmig gegen die Einreise des ungeimpften Serben. Einwanderungsminister Alex Hawke hatte Djokovic zuvor die Einreise verweigert. Grund: Er könnte für eine „Anti-Impf-Stimmung“ sorgen. Das Gericht stimmte ein.
"Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung", meinte der 20-fache Sieger von Grand-Slam-Turnieren. "Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Woche gewesen bin. Ich hoffe, dass wir uns jetzt auf das Turnier konzentrieren können."
Djokovic muss 315.000 € Strafe und die Gerichtskosten zahlen. Es drohen ihm Kosten in Millionenhöhe. In der Weltrangliste verliert er 2.000 Punkte für den Vorjahressieg bei den Australien Open. Damit könnte er im Februar Platz eins im Ranking verlieren. Alexander Zverev oder Daniil Medvedev müssten dafür das Turnier gewinnen.
Die spannende Frage ist, wie Djokovic seine Karriere weiter anlegt. Wie er ohne Impfung mitten in der Pandemie als Globetrotter an den wichtigsten Turnieren rund um den Globus teilnehmen will, erscheint fraglich. Bei den Masters-Turnieren in Indian Wells und Miami sind wie in Australien nur geimpfte Spieler zugelassen.
Lässt sich Djokovic nach der Abfuhr in Australien doch impfen? Große Spieler des Tennissports raten ihm dazu. Sie sehen sonst die Karriere des Siegers von 86 ATP-Turnieren in Gefahr. "Er muss etwas machen, das er nicht wirklich will“, sagt Mats Wilander. "Letztlich muss er sich impfen lassen."
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Was bisher geschah:
Auch bei den French Open in Paris sind nach aktuellem Stand keine ungeimpften Tennisprofis spielberechtigt. "Wenn er sich weiter aufs Tennis konzentrieren will, muss er Veränderungen unternehmen", sagt Boris Becker. Der Ex-Trainer appelliert an seinen Schützling: "Novak, versuche einzusehen, dass es geimpft leichter für dich sein wird."