Oberösterreich zieht die Lehren aus den Unwettern der vergangenen Jahre – und rüstet massiv auf. Hagel, Starkregen und Überflutungen hätten deutlich gezeigt, "wie unverzichtbar ein leistungsfähiges Feuerwehr- und Katastrophenschutzwesen ist", betonen Landeshauptmann Thomas Stelzer und die zuständige Landesrätin Michaela Langer-Weninger (beide ÖVP).
Die Botschaft ist klar: Extremereignisse könnten künftig "häufiger und intensiver auftreten" – das Land will vorbereitet sein. Kern der Offensive: neue Katastrophenhilfsdienst-Lager (KHD). Sie sollen ein flächendeckendes Sicherheitsnetz bilden, um "im Ernstfall rasch und effektiv helfen zu können". Gleichzeitig werden zahlreiche Stützpunkten aufgebaut – über ganz OÖ verteilt.
Sie sollen im Ernstfall zur Schaltzentrale werden. Ziel sei es, vorhandene Ressourcen zu bündeln und "Synergien optimal zu nutzen", heißt es vom Land. Bei Großschadensereignissen könne so "rasch und koordiniert am Einsatzort" geholfen und die örtlichen Feuerwehren unterstützt werden. Ein klarer Fokus liegt auf Tempo und Effizienz.
Doch nicht nur im Katastrophenfall spielen die neuen Standorte eine Rolle: Sie dienen auch als zentrale Lager für die Bezirksfeuerwehrkommanden. Damit werde ein "reibungsloser Ablauf der laufenden Aufgaben über das gesamte Jahr hinweg" sichergestellt. Stelzer unterstreicht: "Mit KHD-Stützpunkten stärken wir nicht nur die Sicherheit in Oberösterreich, sondern auch das Ehrenamt und unsere Einsatzorganisationen."
Die Anforderungen an die Standorte sind hoch – und je nach Region unterschiedlich. Fix ist: Es braucht ausreichend Platz für wichtige Ausrüstung wie Schaummittel, Ölbindemittel, Sandsackfüllmaschinen, Notdächer oder mobile Tankstellen. Auch Feldbetten und Pandemieausrüstung sollen gelagert werden.
Bezahlt wird das Großprojekt großteils mit Fördergeld: Bis zu 80 Prozent der Kosten übernimmt die öffentliche Hand. Der Start erfolgt über Pilotprojekte, die genau analysiert werden sollen. "Wir werden jeden Bezirk im Detail analysieren, um jene Standorte zu identifizieren, an denen ein KHD-Stützpunkt den größten Mehrwert bringt", sagt Michael Hutterer, Oö. Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter. Ziel: ein flächendeckender Ausbau.