Waldbrände machen immer seltener "Pausen" - selbst nachts nicht. Eine neue Studie zeigt, dass sich die Brenndauer in Nordamerika deutlich verlängert hat. Grund sind heißere und trockenere Bedingungen durch die Klimakrise, die Brände zusätzlich anheizen.
Früher sorgten kühlere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit in der Nacht dafür, dass Feuer schwächer wurden oder ganz erloschen. Doch das passiert immer seltener. Laut der Studie gibt es heute um 36 Prozent mehr Stunden mit günstigen Bedingungen für Waldbrände als noch vor 50 Jahren.
Besonders drastisch ist die Entwicklung in einzelnen Regionen: In Kalifornien gibt es jährlich rund 550 Stunden mehr Brandrisiko als in den 1970er-Jahren. In Teilen von New Mexico und Arizona sind es sogar bis zu 2.000 Stunden zusätzlich.
Die längere Brenndauer hat fatale Folgen für die Feuerwehr. Brände, die nachts weiter lodern, sind deutlich schwerer unter Kontrolle zu bringen. Beispiele dafür sind die verheerenden Feuer auf Hawaii 2023, in Kanada 2024 und zuletzt rund um Los Angeles 2025.
Auch die Zahl der Tage mit extrem hoher Brandgefahr ist gestiegen - um 44 Prozent, das entspricht rund 26 zusätzlichen Tagen pro Jahr. Hauptgrund sind wärmere Nächte, trockenere Luft und mehr Wind.
"Normalerweise verlangsamen sich Brände in der Nacht", sagt Feuerforscher Xianli Wang. "Unter extremen Bedingungen brennen sie jedoch einfach weiter."
Experten warnen: Wenn Feuer keine Pause mehr machen, flammen sie am nächsten Tag umso stärker wieder auf. Gleichzeitig wird die Brandbekämpfung gefährlicher - auch für Einsatzkräfte, die nachts zusätzlich mit wilden Tieren konfrontiert sind.
Langfristig dürfte sich die Lage weiter verschärfen. Denn die Nächte erwärmen sich durch die Klimakrise schneller als die Tage. Dadurch trocknen Böden und Pflanzen stärker aus - ein idealer Nährboden für neue Brände.