Er soll Dutzende Menschen um ihr Geld gebracht haben – und zwar mit mehreren perfiden Maschen gleichzeitig. Ein 45-jähriger amtsbekannter Österreicher wurde nach umfangreichen Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien als mutmaßlicher Serienbetrüger ausgeforscht und festgenommen. Die Polizei spricht von 60 Taten, der Schaden: rund 66.000 Euro.
Der Zugriff erfolgte am 22. Jänner in einem Hostel in Wien-Favoriten – mit Unterstützung der WEGA. Doch der Verdächtige wollte bis zur letzten Sekunde entkommen: Laut Polizei versuchte er beim Zugriff durch das Fenster und dann über ein Baugerüst zu flüchten, er wurde allerdings von Kriminalbeamten der Außensicherung gestoppt.
Ein Teil der Serie soll klassischer Kautionsbetrug gewesen sein – und besonders bitter für die Opfer. Der Mann steht im Verdacht, im Zeitraum von September 2024 bis Februar 2025 in zumindest 15 Fällen vorgegeben zu haben, Wohnungen zu vermieten.
Dabei soll er Anzahlungen, Kautionen und Monatsmieten im Voraus kassiert haben. Der dadurch entstandene Schaden beträgt laut Polizei rund 38.000 Euro – für viele Wohnungssuchende ein finanzieller und emotionaler Tiefschlag.
Doch der mutmaßliche Serienbetrüger soll nicht nur Wohnungssuchende abgezockt haben. In 45 weiteren bekannten Fällen soll er als angeblicher Mitarbeiter einer Installations- oder Malerfirma aufgetreten sein – vorwiegend bei betagten Bewohnern.
Die Masche: Er soll die Notwendigkeit dringender Arbeiten vorgetäuscht haben, etwa wegen angeblicher Wasserschäden. Dabei drängte er die Opfer, ihn sofort in die Wohnung zu lassen – und verlangte für die angeblichen Arbeiten jeweils sofortige Barzahlungen.
In mehreren Fällen soll es nicht bei Betrug geblieben sein. Laut Polizei soll der Mann auch Wertgegenstände aus Wohnungen gestohlen haben, während er sich als "Helfer" ausgab.
Besonders perfide: Teilweise soll er Opfer sogar überredet haben, ihn zur Bank zu begleiten, um Geldbeträge zu beheben. Dabei stand er laut Polizei unmittelbar neben den Geschädigten – ein massiver Druckmoment, vor allem für ältere Menschen.
Um glaubwürdig zu wirken, soll er teils sogar Bestätigungen ausgestellt, und sich fallweise mit seinem Reisepass legitimiert haben. Sein Auftreten wurde von den Opfern als freundlich und seriös beschrieben – genau das machte ihn offenbar so gefährlich.
In der Vernehmung zeigte sich der 45-Jährige laut Polizei geständig. Als Motiv nannte er seine Drogensucht sowie die Bestreitung seines Lebensunterhalts – auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er in eine Justizanstalt gebracht.