Der Arbeitgeber sagten allen Beschäftigten zu, dass sie eine Prämie von 365 Euro bekämen. Voraussetzung: Sie dürften das ganze Jahr nicht wegen Krankheit fehlen.
Es gebe außerdem die Möglichkeit, statt kurzer Krankenstände Zeitausgleich oder Urlaub zu nehmen. Auch so käme man in den Genuss des zusätzlichen Geldes.
Eine Arbeitnehmerin aus dem Bezirk Perg hatte tatsächlich keinen einzigen Tag gefehlt und pochte auf die finanzielle Belohnung. Zu früh gefreut – denn: Der Vorgesetzte wollte nicht zahlen.
Seine Begründung: Es handle sich um eine freiwillige Leistung. Und: Die Frau habe eine Pflegefreistellung von einer Woche in Anspruch genommen.
Das ließ die 60-jährige Mühlviertlerin aber nicht auf sich sitzen. "Die Frau wurde hinsichtlich der Prämie gegenüber anderen benachteiligt und wandte sich an uns. Weil sich der Arbeitgeber nicht einsichtig zeigte, mussten wir ihn klagen", erklärt Kurt Punzenberger, Leiter der Arbeiterkammer-Bezirksstelle Perg, gegenüber "Heute".
Nachdem die Experten zunächst erfolglos bei der Firma interveniert hatten, nutzten sie rechtliche Mittel. Das brachte letztendlich den gewünschten Erfolg: Der Chef zahlte die Prämie in voller Höhe. Eine Gerichtsverhandlung blieb beiden Seiten erspart.