Mitten in der Nacht plötzlich ein ohrenbetäubendes Hupen: Rund um den Wiener Hauptbahnhof werden Bewohner des Arsenal und des Sonnwendviertels seit Monaten immer wieder aus dem Schlaf gerissen. Besonders bitter: Die lautstarken Warnsignale ertönen häufig zwischen 3.00 und 5.00 Uhr früh und können mehrere Minuten dauern.
Ein Anrainer beschreibt die Signale gegenüber ORF Wien als "extrem laut". Die Betroffenen wandten sich wegen der nächtlichen Ruhestörung bereits an die ÖBB, die Polizei, den Bezirk Favoriten, mehrere Magistrate und das Bürgermeisteramt. Ende August starteten Bewohner schließlich auch eine öffentliche Petition.
Nun kommt Bewegung in die Sache. Die ÖBB erklären, man nehme die Hinweise sehr ernst, so der ORF. Nach einer eingehenden Analyse konnten die Geräusche auf "technische Störungen bei einzelnen abgestellten Personenzügen der Baureihe ‚Talent’“ zurückgeführt werden.
Konkret kam es laut ÖBB vereinzelt zu "unbeabsichtigten Aktivierungen des Makrophons". Gemeint ist damit das Signalhorn der Züge. Was genau hinter den technischen Störungen steckt, führen die ÖBB nicht näher aus.
Die auffälligen Garnituren wurden in den vergangenen Wochen schrittweise aus dem Betrieb genommen und zur Überprüfung in die Werkstätten gebracht. Bei der überwiegenden Zahl der betroffenen Fahrzeuge sei das Problem inzwischen behoben. Ähnliche nächtliche Hup-Probleme wurden laut Medienberichten auch vom Bahnhof Bruck an der Leitha bekannt.
Ganz ausgestanden ist die Sache aber nicht. Einzelne betroffene Garnituren befinden sich weiterhin in der Werkstatt und werden derzeit nicht im Gleisbereich abgestellt, so der ORF. Die ÖBB bitten die Nachbarschaft zudem um konkrete Hinweise, sollten erneut solche Vorfälle auftreten.