Hat Morbus Crohn

Kein Tag ohne Schmerzen – Mutter soll trotzdem arbeiten

Seit sie 12 Jahre alt ist, hat Natascha B. Schmerzen. Aufgrund einer Krankheit ist es ihr nicht möglich, zu arbeiten. Die PVA sieht das anders.
Jana Stanek
05.04.2026, 15:00
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"Ich kann kaum einen Wäschekorb alleine tragen", schildert die 34-jährige Niederösterreicherin Natascha B. aus Melk ihre derzeitige Lebensrealität. Sie leidet unter Morbus Crohn, hatte einen Pseudo-Tumor und lebt mit einem Stoma (künstlicher Darmausgang).

Seit vier Jahren sind die Schmerzen so stark, dass sie nicht mehr arbeiten kann. Nun flatterte ein Schreiben von der PVA in ihren Briefkasten: "Voll arbeitsfähig".

Schmerzen Tag ein Tag aus

"Ich kämpfe aktuell mit einem Darmvorfall und kenne seit Jahren keinen Tag ohne Schmerzen mehr", erzählt die Mutter im Gespräch mit "Heute". Seit ihrem 12. Lebensjahr leidet sie an starken Bauchschmerzen, hat Narben von zahlreichen Operationen und ein Stoma, das immer wieder aufplatzt. Natascha B. darf nie mehr als fünf Kilo heben, selbst einfache Tätigkeiten im Haushalt kann sie kaum bewältigen.

Ständig lebt sie in Angst davor, dass ihr Stoma aufreißt. "Ganz schlimm ist der psychische Leidensdruck, wenn man vorher ein sehr aktiver Mensch war und jetzt schon nach einem kleinen Spaziergang ein Schläfchen braucht, weil der Körper fertig ist und das Nervensystem seit vier Jahren im Überlebensmodus feststeckt", schildert sie.

Zusätzlich muss sie sich um ihre kleine Tochter (11) kümmern. "Ich bin verheiratet, aber mein Mann arbeitet im Schichtdienst", so die Mutter aus Melk. Bis zu ihrem 30. Lebensjahr arbeitete sie als Reinigungskraft, doch die Schmerzen wurden so stark, dass sie ihren Job aufgeben musste.

PVA will Kranke arbeiten schicken

Dann der Schock: Die PVA stufte sie nach einem Gutachten als voll arbeitsfähig ein. "Frau B. bezieht Notstandshilfe. Ein Antrag auf Berufliche Maßnahmen der Rehabilitation (BBRZ-Schulung) vom 30.10.2025 wurde vom AMS Melk gestellt, es wurde ein klinisch-psychologischer Befund beigelegt", erklärt die Pensionsversicherungsanstalt.

Untersuchungen ergaben Rehabilitationsfähigkeit

Am 26.2.2026 habe eine Untersuchung im Kompetenzzentrum St. Pölten stattgefunden. Das Ergebnis: Es liege keine Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension vor. Auch in absehbarer Zeit sei diese nicht zu erwarten. Eine Schulungsfähigkeit sei jedoch vorhanden.

Laut Beurteilung des chefärztlichen Dienstes vom 4.3.2026 sei eine Rehabilitationsfähigkeit aus medizinischer Sicht grundsätzlich gegeben. Für die beantragte Maßnahme (BBRZ-Schulung) bestünde medizinisch gesehen Eignung.

Weiters wurde festgestellt, dass es unter Berücksichtigung des bisherigen Berufsverlaufs möglich sei, eine am allgemeinen Arbeitsmarkt vorhandene Beschäftigung auszuüben.

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