Blumen-Aufreger nach Benzin-Anschlag in Wiener Trafik

Nachbarn wunderten sich, von wem dieser Zettel wohl stammt
Nachbarn wunderten sich, von wem dieser Zettel wohl stammtheute.at
Der Brand-Anschlag in Alsergrund auf eine 35-Jährige erschütterte Wien. Anteilnehmende sollen trotzdem auf Blumen und Kerzen verzichten. 

Ein versuchter Mord an einer 35-jährige Trafikantin am 5. März erschütterte Österreich. Der Ex-Partner der Wienerin übergoss sie mit Benzin und zündete sie an. Die 35-Jährige überlebte mit schweren Verletzungen

Spendenaktion geplant, "wenn die Zeit gekommen ist"

Iher Nachbarn schätzten die Wienerin, umso größer ist die Trauer über den Vorfall. Zahlreiche Anteilnehmende legten Blumen und Kerzen vor der Trafik nieder – kurz darauf wurden diese allerdings entfernt. Jetzt wundern sich die Nachbarn, wer hinter dieser Aktion steckt. Am Shop ist ein Ausdruck angebracht, auf dem zu Lesen ist, dass "unter Rücksichtnahme der Familie" gebeten werde, keine Zeichen der Anteilnahme vor dem Geschäft niederzulegen, da es keinen Todesfall gibt. 

Weiters wird informiert, die Grätzlpolizei werde eine Spendenaktion organisieren, "wenn die Zeit gekommen ist". Ein Sprecher der Wiener Polizei konnte dies gegenüber "Heute" allerdings nicht bestätigen. Freunde und Bekannte suchten sich einen anderen Weg, ihre Anteilnahme zu zeigen. Sie brachten handgeschriebene Zettel an der Fassade und am Schaufenster des Tatorts an. 

Anteilnehmende wundern sich, wer Blumen und Kerzen entfernt hat

"Sollen die Angehörigen des Opfers die Räumung gewünscht haben, haben sie mein vollstes Verständnis. Sollte die Polizei das eigenmächtig getan haben, so finde ich das komisch. Blumen und Kerzen stellt man nicht nur auf Friedhöfe", beklagt ein Wiener auf einem der Blätter. Ob die Wiener Polizei die Gedenkstücke entfernt habe, wurde auf Anfrage von "Heute" nicht beantwortet. 

"Wir betrauern keinen Todesfall, sondern senden Kraft", informiert einer der Anteilnehmenden auf seinem Schriftstück. Auch ein Plakat, das die Familie selber aufgehängt hätte, sei verschwunden. Ein Nachbar bedauert die Abwesenheit des Fotos des Opfers, beteuert aber jeden Tag vorbeizuschauen und die 35-Jährige Trafikantin weiterhin zu unterstützen. 

Wer die Gedenkstücke entfernt hat, ist bislang also ungeklärt. Sollte aber tatsächlich eine Spendenaktion stattfinden, dürfte sich diese angesichts der vielen engagierten Freunde und Bekannten des Opfers wohl großer Beliebtheit erfreuen. 

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