"Reichtum gehörte nie zu uns"

"Keine Bonzen" – Familie verschenkt Millionen-Erbe

Eine Schweizer Familie hat über Generationen ein Vermögen angesammelt. Sie verzichtet jetzt auf Luxus und verschenkt Millionen. Das sind ihre Gründe.
Newsdesk Heute
12.04.2026, 06:48
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Die vierköpfige Familie – zwei Eltern und zwei erwachsene Kinder – hat sich gemeinsam dazu entschlossen, rund 15 Millionen Franken (cira 16,2 Mio. Euro) ihres angesparten Vermögens zu verschenken. Wie "20 Minuten" berichtet, haben sie sich diesen Entschluss nicht leicht gemacht.

Aber erst mal ein Blick zurück: Der Großvater war ein erfolgreicher Architekt und Bauherr. Durch ihn kam das große Vermögen in den Familienbesitz. "Wir hatten ein großes Haus und ein Kindermädchen", erzählt der Vater im Gespräch mit dem "Beobachter". Trotzdem habe sein Vater nie viel Aufhebens um den Reichtum gemacht. Auch als Bub hat er nie luxuriösere Urlaube gemacht als seine Schulfreunde.

"Reichtum gehörte für mich nie zu uns"

Nach dem Tod seiner Eltern hat der jetzige Familienvater das Erbe einfach auf einem Konto liegen lassen. Die Familie selbst hat nie auf ein Leben im Überfluss gesetzt. Besonders der Mutter war das viele Geld immer ein Dorn im Auge, auch weil sie aus einfachen Verhältnissen stammt – als eines von zehn Kindern in einer Bauernfamilie.

Mit den "Bonzen", die sie sonntags mit ihren Sportwägen herumfahren sah, konnte sie sich nie identifizieren. "Dieser Reichtum aus der Familie meines Mannes gehörte für mich nie wirklich zu uns", sagt sie.

Klimakrise als Auslöser

Schließlich begannen die vier, offen über das ihnen übermäßige Erbe zu reden. Ein wichtiger Auslöser war neben dem Wunsch der Mutter auch die Klima- und Artenkrise. Besonders die Tochter spürte eine Verantwortung, mit dem Familienvermögen etwas Sinnvolles zu bewegen. "Sie war schon immer die Aktivistische von uns", sagt ihr Bruder.

Die globale Oberflächentemperatur im Jahresverlauf ab 1991. Die Daten sind eindeutig: Es wird immer wärmer.
ClimateReanalyzer.org

Natürlich gab es auch Zweifel: Was ist, wenn die Familie später Geld braucht? Was hätten die eigenen Vorfahren gewollt? Um Klarheit zu bekommen, holten sie sich professionelle Unterstützung durch einen Coach. Ein Jahr lang wurde gemeinsam beraten und diskutiert, wie eine Spende aussehen könnte.

Spende an Stiftung

Am Ende fiel die Entscheidung: Das Erbe soll an eine Schweizer Stiftung gehen, die Klimaprojekte unterstützt. Bis Ende 2026 will die Familie rund 1,5 Millionen Franken an die Stiftung übergeben.

Das ist aber nur der erste Schritt. Die Familie möchte möglichst das gesamte Vermögen für einen guten Zweck einsetzen. Was mit den restlichen 13,5 Millionen Franken passieren soll, steht noch nicht fest. Die eigenen Häuser und die finanzielle Sicherheit für die Eltern sollen aber bleiben.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.04.2026, 07:06, 12.04.2026, 06:48
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