Sie nennen ihn "Dschanbas"

Bein verloren, entstellt – Chamenei schwer verletzt

Nach dem tödlichen Angriff in Teheran zu Beginn des Iran-Kriegs steht Modschtaba Chamenei, der neue Oberste Führer, im Zentrum dramatischer Berichte.
Newsdesk Heute
11.04.2026, 22:29
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Seit der Ermordung seines Vaters, Ajatollah Ali Chamenei, ist Modschtaba Chamenei nicht mehr öffentlich aufgetreten. Wie 20 Minuten berichtet, erholt sich der neue Machthaber immer noch von den fatalen Folgen des Angriffs, bei dem auch sein Vater ums Leben kam. Drei Vertraute berichten, dass er weiterhin unter schweren Gesichts- und Beinverletzungen leidet.

Die Quellen, die anonym bleiben wollen, schildern Reuters: Chameneis Gesicht wurde beim Angriff auf seinen Wohnsitz im Zentrum von Teheran entstellt. Zusätzlich habe er schwere Verletzungen an einem oder sogar beiden Beinen davongetragen.

Iran nennt ihn "Dschanbas"

Laut dem iranischen Staatsfernsehen befindet sich Chamenei derzeit in der Genesungsphase nach dem Luftangriff am 28. Februar, bei dem sein Vater getötet wurde. Offizielle Angaben zum genauen Ausmaß seiner Verletzungen gibt es aber nicht. Im Fernsehen wurde er nach seiner Ernennung zum Obersten Führer als "Dschanbas" bezeichnet – ein Begriff, der in Iran für Kriegsversehrte verwendet wird.

Trotz seiner schweren Verletzungen nimmt Chamenei laut Insidern immer wieder an wichtigen Beratungen teil – per Telefonkonferenz. Auch bei zentralen Entscheidungen, etwa den Friedensgesprächen mit Washington, soll er eingebunden sein, wie zwei Informanten gegenüber Reuters erzählen.

Ein Bein vermutlich verloren

Diese Berichte passen zu den Aussagen des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth vom 13. März. Er sagte, Chamenei sei "verwundet und wahrscheinlich entstellt". Ein US-Geheimdienst-Insider bestätigte gegenüber Reuters, dass Chamenei vermutlich ein Bein verloren hat.

Der Nahost-Experte Alex Vatanka vom Middle East Institute sieht den neuen, politisch unerfahrenen Führer in einer schwierigen Lage. Unabhängig vom tatsächlichen Ausmaß seiner Verletzungen glaubt er nicht, dass Chamenei die Macht seines Vaters schnell übernehmen kann.

"Modschtaba wird eine Stimme sein, aber nicht die entscheidende", wird Vatanka durch "20 Minuten" zitiert. "Er muss sich erst als glaubwürdige, einflussreiche und maßgebliche Stimme beweisen. Das gesamte Regime muss entscheiden, welchen Weg es einschlagen will."

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.04.2026, 22:29
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