Streitpunkt Inflation

"Keine Leistung der Regierung": FPÖ tobt über Koalition

Dass die Inflation im Jänner bei nur noch bei zwei Prozent liegt, ist für die FPÖ kein Grund zum Jubeln. Es handle sich um einen "Basiseffekt".
Michael Rauhofer-Redl
04.02.2026, 14:55
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Wie die Statistik Austria am Mittwoch via Aussendung vermeldete, liegt die Inflation im Jänner laut Schnellschätzung bei 2 Prozent. Sämtliche Regierungsparteien äußerten sich positiv und erfreut. Immerhin ist der merkliche Rückgang der Teuerungsrate neben der Budgetsanierung eines der Hauptziele der Koalition.

Etwas differenzierter sieht das freilich die Opposition. FPÖ-Politikerin Dagmar Belakowitsch sieht in den Jubelmeldungen der Regierung "zynische Realitätsverweigerung" und ein "billiges Taschenspielertrick-Manöver". Die freiheitliche Sozialsprecherin hält fest, dass die gesunkene Inflation ihrer Ansicht nach "keine Leistung der Regierung" sei.

FPÖ sieht "reine Volksverhöhnung"

Vielmehr handle es sich um einen "simplen statistischen Basiseffekt" und nicht um einen politischen Sieg. Dass sich die Koalition nun auf die Schulter klopfe, sei "an Dreistigkeit nicht zu überbieten", hält die Politikerin in einer Aussendung fest. Belakowitsch geht mit der Regierung hart ins Gericht. "Das ist keine Politik für die Bürger, das ist reine Volksverhöhnung", befindet sie.

Die freiheitliche Sozialsprecherin stellte klar, dass der Rückgang der Inflationsrate keineswegs auf kompetentes Regierungshandeln zurückzuführen sei, sondern schlichtweg auf dem Vergleichszeitraum beruhe. "Wir haben diese zwei Prozent nicht, weil die Regierung so gut gearbeitet hat, sondern weil die Vergleichsbasis vom Jänner 2025 so extrem hoch war! Damals ist die Strompreisbremse gefallen, und die Preise sind durch die Decke gegangen".

Vergleiche man das aktuelle Preisniveau mit dem "damaligen Teuerungsschock", sehe es am Papier harmloser aus, die Menschen im Supermarkt müssten aber dennoch "absolute Rekordpreise" zahlen, so Belakowitsch.

Regierung zeigt sich erfreut

Zuvor hatten sich unterschiedliche Vertreter der Regierungsparteien erfreut über die wirtschaftliche Entwicklung gezeigt. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) etwa erklärte, dass es nicht allein am Basiseffekt liege. Wirksam seien seit Jahresbeginn bereits etwa die Senkung der Elektrizitäts- und Ökostromabgabe, die Dämpfung der Netzkostensteigerung.

Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) sieht in der Entwicklung "Luft zum Atmen" für Familien und Betriebe.

Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) verwies auf Maßnahmen im Wohnbereich, die ebenfalls zur Milderung der Teuerung beigetragen hätten. Sein Parteikollege und Finanzminister Markus Marterbauer freut sich über den niedrigsten Inflationswert seit Dezember 2024. Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger sieht eine "spürbare Entlastung für die Haushalte sowie positive Impulse für den Standort".

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