Zum Wochenstart sanken die Ölpreise spürbar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um rund fünf Prozent auf etwa 92 Dollar. Die US-Sorte WTI fiel noch stärker und kostete zuletzt nur noch gut 84 Dollar. Auslöser für den Preisrückgang ist die zuletzt ruhigere Lage im Nahen Osten. Seit Freitagabend wurden keine neuen US-Luftangriffe auf den Iran gemeldet. Auch der Iran verzichtete auf Angriffe gegen mit den USA verbündete Staaten am Persischen Golf.
US-Präsident Donald Trump halte sich zwar weitere Militärschläge offen, lasse aber gleichzeitig Spielraum für Gespräche. "Was der Präsident derzeit tut, (...) ist, Raum für Verhandlungen zu lassen", sagte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz. Gleichzeitig betonte der Diplomat, Trump "hält sich alle Optionen offen".
Auch aus Teheran kamen Signale der Deeskalation. "Da unsere Strategie im Wesentlichen auf Vergeltungsmaßnahmen basiert, haben wir unsere Operationen ebenfalls eingestellt", erklärte die iranische Armee. Vor rund zwei Wochen hatten die USA ihre massiven Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen und damit die zuvor ohnehin fragile Waffenruhe beendet.
Trotz der jüngsten Entspannung bleibt die Lage angespannt. Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus ist weiterhin weitgehend blockiert. Nach Beginn der Angriffe war der Ölpreis zeitweise auf mehr als 100 Dollar je Barrel Brent gestiegen. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung sorgte nun für die kräftige Gegenbewegung an den Märkten.