In Vorarlberg sorgt das kommende Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren für großen Unmut bei Lehrervertretern. Ab dem Schuljahr 2026/27 dürfen islamische Kopfbedeckungen wie Hidschab oder Burka auf allen Schulen und Schulgeländen nicht mehr getragen werden.
Das Bildungsministerium hat die Schulen bereits per Rundschreiben informiert – inklusive Mustern zur Dokumentation von Verstößen und genauen Vorgaben für Lehrerinnen und Lehrer. Jede Lehrkraft muss ein Mädchen ermahnen, das Kopftuch abzunehmen.
Reagiert das Kind nicht, wird der Vorfall sofort der Schulleitung gemeldet, weitere Schritte führen bis zu Geldstrafen von bis zu 800 Euro. Die Lehrpersonen sollen plötzlich für ordnungspolitische Eingriffe verantwortlich sein, es gäbe laut Personalvertreter Alexander Frick jedoch weitaus wichtigere Probleme in den Schulen.
Alexander Frick warnt: "Die Rolle der Lehrpersonen ist nicht die von 'Sittenwächtern' und darf nicht polizeilich oder sanktionierend sein“. Das belaste das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern. Zudem drohten Rassismusvorwürfe, weil nur das Kopftuch geahndet werde, nicht aber andere religiöse Kopfbedeckungen wie Kippa oder Takke, wie Pflichtschullehrervertreterin Alexandra Loser warnt.
Das Bildungsministerium betont, dass die Schule nur umsetzt, nicht entscheidet. Persönliche Meinungen oder politische Bewertungen seien irrelevant; maßgeblich seien Kinderrechte, Kindeswohl, das österreichische Recht und staatliche Neutralität. Doch die Lehrerschaft bleibt skeptisch: Ohne Ermessensspielraum für Lehrerinnen und Lehrer könne das Vorgehen zu Verunsicherung, Streit in Klassen und belasteten Beziehungen führen.
Vertreter der Lehrer fordern stattdessen Ethikunterricht für alle und Unterstützung durch Schulpsychologie und Sozialarbeit. Viele sehen die Maßnahme als bürokratische Belastung, die den Unterricht beeinträchtigt, während die eigentlichen Bildungsaufgaben darunter leiden könnten.