Bis Jahresende

Kerosin-Alarm! Flugzeugen geht der Sprit aus

Wegen der Krise im Nahen Osten droht Österreichs Luftfahrt Kerosin-Knappheit. Verkehrsminister Peter Hanke will vorsorgen. Die AUA beruhigt indes.
André Wilding
22.06.2026, 07:46
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Österreichs Luftverkehr soll besser gegen Krisen abgesichert werden. Grund dafür ist die Sorge, dass Kerosin knapp werden könnte. Auslöser sind die Spannungen im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormuz.

Im Verkehrsressort wird deshalb bereits an Maßnahmen gearbeitet. Im Doppelbudget 2027 und 2028 sollen jährlich 30 Millionen Euro für Krisenmaßnahmen im Luftverkehr bereitstehen. Das Geld soll helfen, den heimischen Luftverkehrsstandort widerstandsfähiger gegen geopolitische Krisen und Energieengpässe zu machen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Heikles Szenario

Besonders heikel ist laut "Kronen Zeitung" ein Szenario, das derzeit mit Experten der Europäischen Kommission geprüft wird. Sollte die Straße von Hormuz länger eingeschränkt bleiben, könnten die kommerziellen Kerosin-Lagerbestände laut Verkehrsministerium schon gegen Ende des Sommers ein kritisches Niveau erreichen. Bis Jahresende wären dann auch die strategischen Notreserven weitgehend aufgebraucht.

Selbst bei einer Öffnung der Straße von Hormuz ab Juli müssten demnach Notstandsreserven herangezogen werden.

AUA: "Unbesorgt in den Sommer starten"

Seitens Austrian Airlines heißt es: "Was die aktuelle Treibstoffversorgung betrifft, können Fluggäste unbesorgt in den Sommer starten. Wir erwarten weder am Hub Wien noch an den von Austrian Airlines beziehungsweise den Airlines der Lufthansa Group angeflogenen Flughäfen Einschränkungen bei der Versorgung mit Kerosin. Ausfälle von Lieferungen aus der Region des Persischen Golfs konnten zuletzt durch alternative Bezugsquellen kompensiert werden, gleichzeitig haben europäische Raffinerien ihre Produktion erhöht. Die Situation wird weiterhin engmaschig beobachtet."

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigten laut Austrian Airlines, wie wichtig Resilienz, Flexibilität und schnelle Entscheidungsfähigkeit in der Luftfahrt geworden sind. "Als Austrian Airlines sind wir überzeugt, dass ein starker und wettbewerbsfähiger Luftfahrtstandort Österreich im Interesse von Wirtschaft, Tourismus und der internationalen Anbindung des Landes liegt. Dafür braucht es vor allem langfristige Perspektiven und verlässliche Rahmenbedingungen."

"Müssen Vorsorge treffen"

Verkehrsminister Peter Hanke spricht von notwendiger Vorsorge. "Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten müssen wir Vorsorge treffen und die Resilienz unseres Luftverkehrs erhöhen", betonte er in der "Krone". Die 30 Millionen Euro seien ein erstes wichtiges Signal an die Branche.

Zugleich nimmt Hanke gegenüber der Tageszeitung auch andere Regierungsmitglieder in die Pflicht. Er fordert die "politisch Verantwortlichen für Wirtschaft und Tourismus" auf, ebenfalls einen "darüber hinaus gehenden Beitrag für den heimischen Standort zu leisten".

Aus Sicht von Austrian Airlines brauche es keine "Krisenpflaster", sondern nachhaltig wirksame strukturelle Maßnahmen sowie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, um Wachstum, Beschäftigung und internationale Anbindung langfristig abzusichern. "Wir freuen uns darauf, rasch mit der Politik in konkrete Gespräche zu gehen, wie diese Maßnahmen ausgestaltet werden können", so die AUA.

Verkehrsminister Peter Hanke
Denise Auer

Wofür das Geld konkret verwendet wird, ist noch offen. Bis Ende September will das Verkehrsressort mit Fluglinien, Flughäfen und weiteren Branchenvertretern Maßnahmen ausarbeiten, heißt es in dem Bericht weiter.

Druck auf Luftfahrt wächst

Der Druck auf die Luftfahrt wächst bereits. Steigende Treibstoffkosten, Einschränkungen auf wichtigen Routen im Nahen Osten und der weiterhin gesperrte russische Luftraum belasten die Airlines. Vor allem Flüge nach Asien werden dadurch länger und teurer.

Auch die Passagierzahlen zeigen die angespannte Lage: Im April lag das Aufkommen an Österreichs Flughäfen um 7,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, im Mai um fünf Prozent.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 22.06.2026, 15:41, 22.06.2026, 07:46