AIT überzeugt

KI-Projekt aus Wien holt großen Forschungspreis

Großer Erfolg für das AIT: Gleich zwei Projekte wurden beim Houskapreis 2026 ausgezeichnet – eines davon holte sogar Platz eins.
Digital  Heute
15.05.2026, 20:26
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Mit gleich zwei ausgezeichneten Projekten hat das AIT Austrian Institute of Technology beim Houskapreis 2026 einen starken Auftritt hingelegt. Bei der Verleihung im Wiener MuseumsQuartier holte das Forschungsprojekt "Voltera" den ersten Platz in der Kategorie "Außeruniversitäre Forschung". Zusätzlich schaffte es das Projekt "Green Manikin" auf den dritten Rang. Für Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung ein Erfolg.

Im Mittelpunkt der prämierten Arbeiten stehen zwei Themen, die viele Menschen direkt betreffen: die Stabilität der Stromversorgung und die Ausbildung für Notfälle. Beide Projekte setzen auf Künstliche Intelligenz, verfolgen aber ganz unterschiedliche Ziele. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam "Voltera". Das System wurde entwickelt, um Stromnetze besser auf die Energiewende vorzubereiten.

Voltera wurde entwickelt, um Stromnetze besser auf die Energiewende vorzubereiten.
Gregor Hofbauer

Hintergrund ist der starke Ausbau von Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeichern, Wärmepumpen und Elektroautos. Dadurch geraten vor allem Niederspannungsnetze zunehmend an ihre Grenzen. Die Technologie analysiert laut AIT in Echtzeit, wie stark ein Stromnetz belastet ist und wie viel Energie noch sicher aufgenommen oder abgegeben werden kann. Dafür kombiniert das System KI mit physikalischen Berechnungen.

Beitrag für Europas Energieversorgung

Selbst dort, wo keine direkte Messtechnik vorhanden ist, soll "Voltera" den Zustand des Stromnetzes präzise einschätzen können. Projektleiter Bharath Varsh Rao: "Mit Voltera zeigen wir, wie datengetriebene Methoden und physikalisches Systemverständnis zusammenwirken können, um die Energiewende aktiv zu ermöglichen." Ziel sei es gewesen, Netzbetreibern ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, das sich direkt im Alltag einsetzen lasse.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Laut AIT wurde das System in nationalen und europäischen Forschungsprojekten getestet. In realen Verteilnetzen habe sich unter anderem gezeigt, dass die Spannungsstabilität verbessert und Ungleichgewichte reduziert werden konnten. AIT-Geschäftsführerin Brigitte Bach sprach von einem wichtigen Beitrag für Europas Energieversorgung. "Projekte wie Voltera zeigen, wie wir Forschung gezielt in konkrete Anwendungen für die Energieinfrastruktur überführen."

Doch nicht nur die Energieversorgung stand beim Houskapreis im Mittelpunkt. Auch das Projekt "Green Manikin" sorgte für Aufmerksamkeit. Die Trainingslösung soll Erste-Hilfe- und Notfallübungen realistischer machen. Dafür werden echte medizinische Handgriffe mit digitalen Mixed-Reality-Szenarien kombiniert. Teilnehmer trainieren dabei mit realen Geräten, während sie gleichzeitig über ein MR-Headset in virtuelle Einsatzsituationen eintauchen.

Notfall-Trainings ganz neu gedacht

Ergänzt wird das System durch KI-gestützte Sprachinteraktionen. Dadurch sollen Gespräche mit verletzten Personen möglichst realistisch simuliert werden. Nach Angaben des AIT zeigen Studien, dass die Trainingseffekte mit realen Übungen vergleichbar seien und klassische Virtual-Reality-Trainings übertreffen könnten. Zusätzlich werden während der Übungen auch Verhaltensdaten und Biosignale erfasst.

Manfred Tscheligi vom AIT Center for Technology Experience sagte: "Technologie soll und muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt." Projektleiter Jakob Uhl betonte, dass hinter "Green Manikin" ein interdisziplinäres Team stehe. Fachleute aus Informatik, Psychologie, Kommunikationswissenschaften und Trainingsdidaktik hätten gemeinsam an der Lösung gearbeitet. Auch Einsatzkräfte und Trainer seien früh in die Entwicklung eingebunden gewesen.

"Green Manikin" soll Erste-Hilfe- und Notfallübungen realistischer machen.
Gregor Hofbauer

Getestet wurde das System bereits mit mehreren Partnern, darunter die Johanniter Österreich, der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs und das Inselspital Bern in der Schweiz. Laut AIT ist für das zweite Quartal 2026 eine Ausgründung als eigenes Spin-off-Unternehmen geplant. Der Houskapreis wurde bereits 2005 von der B&C Privatstiftung ins Leben gerufen und gilt als größte private Auszeichnung für anwendungsnahe Forschung in Österreich.

{title && {title} } red, {title && {title} } 15.05.2026, 20:26
Jetzt E-Paper lesen