Eine Gruppe junger Leute wollte es wissen: Sie fragten eine KI nach einer schönen Wanderroute. Die Antwort kam prompt – doch sie hatte es in sich. Die KI empfahl eine hochalpine Tour von Dorf Tirol durchs Martelltal bis zum Gardasee. Wie 20min.ch berichtet, war das alles andere als eine gute Idee. Laut Bergrettung Meran hätte dieser Vorschlag die Gruppe nämlich mitten über einen Gletscher geführt.
"Das ist nicht nur ein langer Wanderweg, sondern auch eine Route, die für Unerfahrene völlig ungeeignet ist", warnt Stefan Gruber, Chef der Bergrettung Meran, gegenüber dem italienischen Fernsehen. Zwar beschreibt man die Wanderer als jung und sportlich, aber auf eine Gletscherüberquerung waren sie überhaupt nicht vorbereitet.
Dass die jungen Wanderer heil davongekommen sind, verdanken sie den Vermietern ihrer Unterkunft. Diese haben sie rechtzeitig gewarnt und von der gefährlichen Tour abgehalten. Wie riskant KI-Ratschläge sein können, zeigt auch ein Vorfall aus dem Jahr 2025: Damals schickte die KI zwei Wanderer auf einen alten Jägersteig "der über Gräben führte und den es eigentlich nicht gab", wie der ORF berichtete. Die beiden verloren die Orientierung und mussten per Hubschrauber gerettet werden.
Künstliche Intelligenz kann zwar Routenvorschläge liefern, aber sie kennt keine aktuellen Bedingungen, unmarkierte Wege oder Gefahren wie Steinschlag. Das betont auch Leo Wirnsberger, Alpinreferent der Naturfreunde Kärnten.
Auch Stefan Gruber von der Bergrettung sieht das kritisch: "Die Tourenplanung wird immer öfter von KI unterstützt und das birgt erhebliche Gefahren." Besonders im Gebirge kann das schnell lebensgefährlich werden. Laut Gruber kann die KI zwar Informationen sammeln und beim Planen helfen – mehr aber nicht. Sein Tipp: Frag immer auch Leute vor Ort, die das Gelände wirklich kennen.