Künstliche Intelligenz macht Arbeitnehmer produktiver, das ist unbestritten. Laut einer weltweiten Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) sparen 42 Prozent der Mitarbeiter im Kundenservice, die regelmäßig KI nutzen, mehr als einen ganzen Tag pro Woche ein.
Doch hier beginnt das Problem: 66 Prozent dieser Mitarbeiter haben keine Vorgabe erhalten, wie sie die eingesparte Zeit nutzen sollen. Mehr als die Hälfte setzt sie nicht für strategische Aufgaben ein.
Wie computerwoche.de berichtet, warnt BCG-Experte David Martin: "Gewonnene Zeit wird nicht automatisch zu Wertschöpfung." Wenn Mitarbeiter keine klare Anweisung bekommen, ob sie die freie Zeit für Kundenservice, Qualitätsverbesserung oder Innovation nutzen sollen, "kann sich dieser Vorteil einfach verflüchtigen."
Die Studie "AI at Work: Strategy Matters More Than Tools" basiert auf Antworten von fast 12.000 Mitarbeitern aus 14 Ländern. Ein zentrales Ergebnis: 65 Prozent der Manager glauben, dass KI-Agenten in den nächsten drei Jahren mindestens die Hälfte ihrer Arbeit übernehmen werden.
Bereits jetzt sind KI-Agenten laut der Umfrage in 30 Prozent der Arbeitsabläufe integriert - im Vorjahr lag dieser Wert noch bei nur 13 Prozent.
Zur Zeitersparnis kommt allerdings auch ein Zeitfresser hinzu: Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent der eingesparten Zeit für die Korrektur fehlerhafter KI-Ergebnisse wieder draufgeht. Nur 14 Prozent der Befragten kommen mit KI zu einem durchweg positiven Nettoergebnis.
Die BCG-Experten empfehlen Unternehmen daher, nicht nur die KI-Nutzung zu messen, sondern konkret festzulegen, wofür die eingesparte Zeit verwendet werden soll - und ob das auch tatsächlich passiert.