KI-Revolution

Zoom-Chef: Bald nur noch 3-4 Tage Arbeit

Zoom-Gründer Eric Yuan glaubt, dass wir bald viel weniger arbeiten werden. Die KI übernimmt - rund um die Uhr, ohne Urlaub.
Technik Heute
08.06.2026, 06:07
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Arbeitswelt steht vor einem gewaltigen Umbruch. Auf der Tech-Konferenz SXSW London 2026 drehte sich alles um die Frage, welche Rolle Menschen künftig im Arbeitsprozess spielen werden. Während viele Teilnehmer noch 2025 hofften, dass Künstliche Intelligenz ihre Jobs nicht gefährdet, hat sich die Stimmung nun gedreht.

Besonders optimistisch zeigte sich Zoom-Gründer und CEO Eric Yuan. Er glaubt, dass wir in wenigen Jahren nur noch drei bis maximal vier Tage pro Woche arbeiten werden. Die KI könne dann viele Aufgaben rund um die Uhr erledigen, ohne zu ermüden, ohne Urlaub zu nehmen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie heise.de berichtet, forderte Yuan die Menschen dazu auf, die längere Freizeit zu genießen, statt der Arbeit hinterherzutrauern. Wer die reduzierte Arbeitszeit finanziert, sagte er auch auf Nachfrage nicht.

Keine Beweise für Jobverluste durch KI

Tech-Experte Azeem Azhar von Exponential View gab hingegen Entwarnung: Es gebe keine Beweise, dass KI bisher Jobs gekostet habe. Viele Unternehmen würden vorschieben, dass Entlassungen durch KI entstanden sind. Es klinge einfach besser, wenn jemand behauptet: "Wir brauchen nicht mehr so viele Leute, weil wir so erfolgreich KI-Tools einsetzen" - statt einzugestehen, dass die Firma nicht gut läuft.

Diese Einschätzung deckt sich mit einer Studie des Claude-Entwicklers Anthropic von März 2026. Azhar räumte aber ein, dass die unsicheren weltpolitischen Umstände nur schwer von den Auswirkungen der KI zu trennen sind.

Deep Fakes als großes Problem

MIT-Redakteur Will Douglas Heaven sieht allerdings ein Problem: KI sei derzeit nicht vertrauenswürdig. Dazu tragen vor allem Deep Fakes bei, die ein mächtiges Werkzeug seien, um andere zu verletzen. Bei pornografischen Inhalten seien besonders Frauen betroffen.

Ling Ge von Tencent wies darauf hin, dass Unternehmen KI-Werkzeuge keinesfalls blind und überall einsetzen sollten. Die nötige Rechenleistung sei einfach zu teuer dafür. Die Quantencomputer-Spezialistin ist sich sicher, dass nur Unternehmen überleben, die den Einsatz von KI-Modellen hinterfragen und sehr gezielt nutzen.

Jugendliche zwischen Nutzung und Angst

Fakt ist: Die Nutzung von KI unter Jugendlichen hat sich mehr als verdoppelt - von 20 Prozent im Jahr 2023 auf 48 Prozent im Jahr 2025. Gleichzeitig sehen immer mehr junge Menschen ihre beruflichen Pläne durch KI gefährdet. Der Anteil stieg von 17 auf 24 Prozent.

Airwallex-Gründerin Lucy Liu ist überzeugt: Man könne zwar übers Wochenende eine neue Anwendung mit KI programmieren, doch das Vertrauen der Nutzer gewinne man so schnell nicht. Relevante Entscheidungen müssten ohnehin von Menschen vorgegeben werden. Insofern revolutioniere KI die Arbeit nicht, sondern verändere sie nur.

{title && {title} } tec, {title && {title} } 08.06.2026, 06:07
Jetzt E-Paper lesen