Experte: "Er denkt, dass ..."

Kiew unter Druck – Trump könnte Ukraine aufgeben

Trump braucht vor den Midterms einen Erfolg. Im Ukraine-Krieg könnte das laut einem Experten vor allem Putin in die Hände spielen.
27.10.2026, 11:06
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Die Stimmung zwischen den USA und der Ukraine bleibt angespannt. Den Grund darin sehen viele Beobachter darin, dass US-Präsident Donald Trump aufgrund der bevorstehenden Midterm-Wahlen unter großem Druck steht.

Seine Politik ist bei den Amerikanern unbeliebt, was laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage nur zu einer Zustimmung von 31 Prozent führt. Somit könnten die Republikaner bei den Zwischenwahlen die Macht im Repräsentantenhaus und Senat verlieren. Grund für die Unzufriedenheit der Bevölkerung ist unter anderem die Preisentwicklung an den Zapfsäulen. Die Kriege in der Ukraine und im Iran führten zu einem Anstieg.

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Experte: USA wollen aus Konflikt heraus

Zuletzt versuchte Trump, die Ukraine dafür verantwortlich zu machen. Auch auf einen Diesel-Deal mit Kreml-Chef Wladimir Putin ließ er sich ein. In den Ukraine-Verhandlungen übernehmen die USA eine Vermittlerrolle. Hier will Trump wohl einen Erfolg vermelden können, bevor die Wahl über die Bühne geht – koste es, was es wolle.

Es ist ein Eindruck den auch Militärexperte, Oberst Markus Reisner, teilt. Gegenüber ntv sagte er, dass es den Anschein mache, als würden die USA "unbedingt" aus diesem Konflikt herauskommen. Dieser Faktor könne dazu führen, dass die Russen ihre Forderungen für einen Waffenstillstand erhöhen könnten. "Denn sie wissen, dass Trump möglichst noch vor den Midterms ein Ergebnis auf den Tisch legen möchte", so Reisner.

Trump will Krieg "einfrieren"

Als Beispiele nannte der Militärexperte "eine Verringerung der Sanktionen und den Zugang zu den Weltmärkten". Diese wirtschaftlichen Verbesserungen würden die Russen dringend brauchen, betonte Reisner. Zudem sprach er hier auch den Umstand an, dass Trumps Chefunterhändler, Steve Witkoff, Putin zuletzt einen "Humanisten" nannte.

Aus Reisners Sicht würde der US-Präsident zunehmend die Geduld verlieren. Somit könnten die USA russlandfreundliche Optionen auf den Tisch legen, die sie ohne die Ukraine treffen würden. Trump würde nämlich zur Überzeugung kommen, dass der Krieg für Kiew nicht mehr zu gewinnen sei. Für den US-Präsidenten wäre es wichtig, dass der Konflikt eingefroren wird. So können Trump dann verkünden, dass er den Konflikt "befriedet" habe, erklärte Reisner. Unklar bleibe, ob dies zu einem langfristigen Frieden führen würde.

Ukraine setzt auf Verhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hingegen wolle auf Gespräche setzen. Der nächste Termin zwischen Vertretern der USA, Ukraine und Russlands steht im November bevor. "Hauptsache, wir bewegen uns vorwärts in der Diplomatie auf allen Kanälen, gebe Gott, dass dies der Ukraine gelingt", wird der Staatschef von der "Krone" zitiert.

Selenskyj wolle einen Dreiergipfel mit Putin, Trump und ihm selbst erwirken. Dies bezeichnete er unlängst als "das wichtigste Ergebnis". Ihm zufolge könnte nur ein Gespräch der drei Präsidenten die bestehenden Probleme lösen. Bisher lehnte Putin jedoch ein Treffen mit Selenskyj ab.

red, Akt. 27.10.2026, 11:09, 27.10.2026, 11:06