Am 23. Jänner war Skifans weltweit der Atem gestockt. Bei knapp 150 km/h hatte der 26-Jährige den Zielsprung bei der Hahnenkamm-Abfahrt in Vorlage genommen, war dann mit dem Oberkörper voraus auf die pickelharte Piste gekracht. Dabei schlug der Kopf wuchtig auf dem Schnee auf. Kryenbühl erlitt einen Kreuzbandriss, einen Schlüsselbeinbruch und eine schwere Gehirnerschütterung.
Zehn Tage später geht es dem Schweizer schon bedeutend besser. An den Sturz hat er allerdings keine Erinnerungen mehr "Ich weiß, dass ich mit aller Gewalt versucht habe, die Ski hoch zu ,schränzen´. Aber die fühlten sich wie Blei an. Ungefähr bei der Mitte des Sprungs habe ich gemerkt, dass ich mich nicht mehr halten kann. Ab diesem Moment habe ich eine Erinnerungslücke", erzählte der Speed-Spezialist im Schweizer "Blick".
Kryenbühl hat sich bereits das Sturz-Video angeschaut - in der ersten Nacht. "Mein EKG hat Alarm geschlagen, weil mein Puls aufgrund von meinen Sturz-Bildern derart in die Höhe geschossen ist", erzählte der 26-Jährige. "Es ist sofort eine Krankenschwester in mein Zimmer gekommen und hat mich ganz aufgeregt gefragt, was los sei? Als ich ihr erzählt habe, dass ich mir das Sturz-Video angeschaut habe, hat sie mich gebeten, dass ich das bleiben lassen soll", so der Schweizer weiter.
Der Sturz war jedoch ein Abflug mit Ansage gewesen. Schon nach den Trainingsläufen hatten Athleten die Gefahr bei hohem Tempo aufgezeigt. Die Veranstalter reagierten erst, nachdem Kryenbühl gestürzt war. "Man hat tatsächlich in den Trainings gespürt, dass der Sprung zu weit gehen könnte. Aber ich muss mir selbst den Vorwurf machen, dass ich mich zu wenig resolut dafür stark gemacht habe, dass der Sprung abgetragen wird", so der Schweizer, der aber unterstrich: "Ich habe meine Lehren daraus gelernt."