Juni, Juli und jetzt August: In allen drei Sommermonaten wurde heuer in Österreich der 40er erreicht und am gestrigen Dienstag deutlich überboten. Der Allzeit-Rekord aus dem Jahr 2013 – bis zu diesem Jahr der einzige 40er jemals – wurde gleich an mehreren Orten gesprengt.
Diese extreme Hitze in Österreich macht TV-Meteorologe Manuel Kelemen fassungslos: "Das ist meteorologischer Irrsinn!" Drei Monate mit 40 Grad seien hierzulande statistisch gar nicht möglich – und doch sind wir live dabei, wie es passiert.
"Am System selbst muss sich mittlerweile etwas so stark geändert haben, dass Unwahrscheinliches mittlerweile wahrscheinlich geworden ist. Und genau das, was sich im System geändert hat, das nennt man Klimakrise", konstatiert er. Nachsatz: "Es wird jetzt schön langsam Zeit, dass wir handeln!"
Der Clip seines "validen Crashouts" verbreitete sich danach rasant im Netz – und sorgte nicht nur für Zustimmung. In der Nacht darauf wurde er mit Hassnachrichten, darunter zahlreiche nicht jugendfreie Botschaften bombardiert, schildert er tags darauf im Studio. "Klimanazi" sei nur einer der Begriffe, mit denen er beschimpft wurde: "Es ist nahezu grotesk. Was da über Nacht abgegangen ist, das passt nicht auf eine Kuhhaut".
Auf PULS24 fasst er die düsteren Fakten noch einmal unmissverständlich zusammen:
Die Folgen des Klimawandels seien unübersehbar: "Überall ist die Hitzemortalität auf Anschlag", sagte Kelemen. Selbst in Österreich hat es alleine durch die Hitzewelle im Juni knapp 400 hitzeassoziierte Todesfälle gegeben, fast 10.000 waren es in Deutschland.
Auch die Waldbrände in Europa führte Kelemen als Beispiel für die Zuspitzung an, denn Europa erlebt gleichzeitig eine extreme Dürre. Die anhaltende Hitze ohne Regenpausen lässt nun die Vegetation und oberen Bodenschichten völlig austrocknen, ein Funke reicht für ein Inferno.
"Unsere Feuerwehren und Feuerwehrmänner und -frauen kämpfen Tag für Tag gegen Waldbrände historischen Ausmaßes", so der Wetter-Experte mit Blick auf Frankreich und Spanien. "Es ist lebensgefährlich, diese Brände zu löschen."
Kelemen spricht zudem von "historischem Aderlass" unserer Gletscher und massiven Ernteeinbußen der Bauern: "Viele Landwirtinnen stehen vor einem wirtschaftlichen Ruin"...
Die Fassungslosigkeit steht ihm ins Gesicht geschrieben: "Und dann trudeln Kommentare ein, wo ich mir denke: Leute, lebt ihr am Mond? Oder wollt ihr einfach nur deppert provozieren? Was soll das?"
Der Mittwoch beginnt meist trocken und besonders in der Südosthälfte sonnig. Ab Mittag wird es zunächst im Berg- und Hügelland, gegen Abend stellenweise auch im Flachland zunehmend gewittrig, Dabei besteht Unwettergefahr, trocken und häufig sonnig bleibt es vom Villacher Becken bis ins Südburgenland. Der Wind dreht auf West, bei Gewittern ist mit lokalen Sturmböen zu rechnen. Von West nach Ost werden 29 bis 39, im äußersten Osten vereinzelt 40 Grad erreicht.
Am Donnerstag ziehen an der Alpennordseite von Beginn an Wolken mit einzelnen Schauern durch, auch Gewitter sind dabei und diese breiten sich im Laufe des Tages auf weite Landesteile aus. Am längsten freundlich bleibt es im Südosten und im östlichen Flachland. Gegen Abend frischt im Donauraum und im Osten auch abseits der Gewitter lebhafter Nordwestwind auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 24 und 38 Grad.
Der Freitag beginnt meist bewölkt und gebietsweise nass. Im Tagesverlauf lässt der Regen nach und von Nordwesten her lockert es auf, bis zum Abend gehen aber vor allem im Bergland weitere Schauer und Gewitter nieder. Die Sonne zeigt sich besonders im Flach- und Hügelland zeitweise. Abgesehen von Gewitterböen weht schwacher bis mäßiger, im Osten auch lebhafter Nordwestwind. Je nach Sonne werden 23 bis 31 Grad erreicht.
Am Samstag stellt sich abseits der Alpen ein häufig freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein. Im Bergland halten sich anfangs einige Restwolken und wandeln sich tagsüber in Quellwolken um, etwa ab Mittag bilden sich lokale Schauer und Gewitter. Zumindest ab und zu lässt sich aber auch dort die Sonne blicken, am Abend beruhigt sich das Wetter wieder. Bei schwachem bis mäßigem, auf östliche Richtungen drehendem Wind liegen die Höchstwerte zwischen 25 und 32 Grad.