Jürgen Klopp hat sich vor seine deutschen Nationalspieler gestellt und mit deutlichen Worten auf rassistische Anfeindungen und Hasskommentare in den sozialen Medien reagiert.
Nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland in Augsburg waren mehrere DFB-Spieler im Netz beleidigt worden. Zudem kursierten Videos, in denen thematisiert wurde, dass neun der elf deutschen Startelfspieler einen Migrationshintergrund haben.
Klopp will solchen Kommentaren möglichst wenig Aufmerksamkeit schenken. "Es gibt keinen Grund, sich über diese Menschen Gedanken zu machen", erklärte der 59-Jährige und fügte hinzu: "Meine Gedanken kriegen sie nicht."
Generell habe er "im normalen Leben für Dummheit wenig Zeit und für die in den Sozialen Medien auch nicht". Dass heutzutage jeder seine Meinung innerhalb kürzester Zeit öffentlich verbreiten könne, sieht Klopp kritisch. "Wenn man es früher öffentlich machen wollte, musste man einen Leserbrief schreiben. Die Älteren unter uns erinnern sich."
Heute hingegen würden die Menschen teilweise Dinge veröffentlichen, bevor sie überhaupt darüber nachgedacht hätten. "Das ist Wahnsinn, wenn da sowas war", sagte der Bundestrainer.
Innerhalb seiner Mannschaft spiele die Herkunft der Spieler hingegen überhaupt keine Rolle. Den Zusammenhalt im DFB-Team beschreibt Klopp als hervorragend: "Der könnte nicht großartiger sein."
Für den 59-Jährigen kann der Sport dabei sogar als Vorbild dienen. "Die Welt dürfte sich ein Beispiel an einer Sportumkleidekabine nehmen. Da wird jeder genau aufgrund der richtigen Tatsachen respektiert und nicht aufgrund der falschen Meinung diskreditiert."
Dass die Diskussion innerhalb des Teams überhaupt keine Rolle spiele, sei für Klopp das stärkste Zeichen: "Das beste Signal ist, dass es in der Mannschaft kein Thema ist. Das ist ja das Verrückte: In keiner Mannschaft, in keinem Sport ist das ein Thema."