Sechs Jahre lang kämpft ein Klagenfurter schon mit den Folgen einer Knieoperation, auch vor Gericht. Jetzt ist der Fall endgültig abgeschlossen. Der 71-Jährige erhält insgesamt 192.000 Euro Entschädigung, das berichtet die Kleine Zeitung.
Dem Mann war im Juni 2020 wegen Knieschmerzen im Klinikum Klagenfurt eine Knieprothese eingesetzt worden. Später stellte ein Gericht fest: Für den Eingriff gab es keine medizinische Indikation.
Die Kabeg (Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft) legte gegen die Entscheidungen Einsprüche bis zur außerordentlichen Revision beim Obersten Gerichtshof ein, ohne Erfolg. Vor wenigen Wochen endete der jahrelange Rechtsstreit schließlich mit einem Generalvergleich.
Der 71-Jährige sagt laut Kleine Zeitung, sein Leben habe sich durch die Operation dramatisch verändert. "Ich habe vorher so gut wie alles machen können, jetzt bin ich ein Pflegefall."
Neben Schmerzengeld muss die Kabeg auch die Folgekosten übernehmen. Dazu zählen Arztbesuche, Therapien und notwendige Umbauten im Wohnbereich, etwa die Erhöhung des WC-Sitzes. Diese Ansprüche wurden nun anhand der voraussichtlichen Lebenserwartung des Mannes in einem Generalvergleich abgegolten.
Insgesamt erhält der Klagenfurter – inklusive bereits früher geleisteter Zahlungen – 192.000 Euro.
"Ich hätte lieber kein Geld und könnte dafür wieder radfahren. Die psychischen Folgen sind enorm für mich. Jeder Schritt schmerzt", sagt der Mann in der Kleinen Zeitung.
Sein Anwalt Paul Wolf zeigt sich erleichtert, dass der Fall nach rund sechs Jahren abgeschlossen werden konnte. "Unser Vorschlag wurde eins zu eins übernommen", sagt Wolf.
"Warum sie prozessiert haben, habe ich überhaupt nicht verstanden. Der Fall war eigentlich klar", so der Anwalt.