Eine Kärntnerin kämpft seit Monaten mit massiven Atemproblemen – doch auf die notwendige Operation soll sie noch mehr als ein Jahr warten.
"Ich bekomme durch die Nase überhaupt keine Luft mehr und kann nur noch durch den Mund atmen, weil meine Nasenscheidewand so verkrümmt ist. Für eine dringend notwendige Operation erhalte ich aber keinen zeitnahen Termin", schildert die Betroffene ihre Situation gegenüber der "Kleinen Zeitung". Für den Eingriff am Klinikum Klagenfurt wurde ihr laut eigenen Angaben ein Termin erst in 16 Monaten in Aussicht gestellt.
Die Landwirtin berichtet, dass die Beschwerden bereits vor rund 20 Jahren begonnen hätten. Damals habe sich ihre Nase zunehmend verformt, dennoch sei das Atmen zumindest durch ein Nasenloch noch möglich gewesen.
Vor etwa einem halben Jahr habe sich die Situation jedoch deutlich verschlechtert. "Die Nase verkrümmte sich, das ist natürlich aufgetreten. Aber ich bekam wenigstens durch das rechte Nasenloch Luft. Vor einem halben Jahr hat sich die Verkrümmung so verändert, dass ich seit etwa zwei Monaten über die Nase gar nicht mehr atmen kann", erzählt sie.
Mittlerweile beeinträchtige die Erkrankung auch ihren Alltag massiv. Die Arbeit am Hof könne sie nur noch eingeschränkt verrichten, sie brauche regelmäßig Pausen und leide unter einem trockenen Hals. Auch beim Essen gebe es Probleme. Besonders belastend sei jedoch die Atemnot. Nach der Untersuchung durch ihre HNO-Ärztin sei eine Operation als dringend notwendig eingestuft worden.
Da Eingriffe an der Nasenscheidewand in Kärnten ausschließlich am Klinikum Klagenfurt durchgeführt werden, sieht die Frau derzeit kaum Alternativen. "Als ich erfuhr, dass ich 16 Monate warten muss, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Das kann's ja nicht sein", sagt sie.
Die Kabeg verweist auf die Priorisierung nach medizinischer Dringlichkeit. Man sei bestrebt, "planbare Eingriffe jeglicher Fachrichtung schnellstmöglich durchzuführen. Grundsätzlich hängt die Einteilung von planbaren Eingriffen von der medizinischen Fragestellung, die meist vom zuweisenden Facharzt gestellt wird, ab und variiert dementsprechend".
Zugleich betont die Krankenanstalt, dass an der HNO-Abteilung zahlreiche komplexe Tumoroperationen durchgeführt würden, die zeitnah erfolgen müssten. Für diesen Bereich sei das Klinikum von der Deutschen Krebsgesellschaft als onkologisches Zentrum ausgezeichnet worden. Bei Operationen an der Nasenscheidewand liege man zudem unter dem österreichweiten Durchschnitt, der laut Kabeg zwischen 18 und 24 Monaten betrage.
Nach Recherchen der "Kleinen Zeitung" sollen entsprechende Eingriffe im Bezirkskrankenhaus Lienz allerdings bereits nach rund sechs Monaten möglich sein. Offiziell wollte das Krankenhaus dies nicht bestätigen, "um keine Konkurrenzsituation" zu schaffen.
Für die betroffene Kärntnerin könnte es dennoch noch eine schnellere Lösung geben. Die Kabeg verweist darauf, dass Patienten mit fachärztlicher Überweisung einen Termin in der Ambulanz vereinbaren können, um die medizinische Notwendigkeit erneut beurteilen zu lassen. Zudem könne sich die Frau direkt an die Abteilung oder die Patienten-Servicestelle wenden, "um auf den konkreten Fall einzugehen und eine konstruktive Lösung zu finden".