Der grüne OÖ-Bildungssprecher Reinhard Ammer wurde vor kurzem gegenüber "Heute" deutlich: Beim Lehrkräftemangel sei "keine Entwarnung angesagt". Er stellte gleichzeitig klar: "Entscheidend ist nicht nur, dass am ersten Schultag jede Klasse irgendwie versorgt ist."
Das sei nicht erst seit heuer so, sondern "schon seit drei, vier Jahren besorgniserregend", untermauerte auch die Direktorin einer Mittelschule im Bezirk Linz-Land die bittere Entwicklung. "Wir müssen mittlerweile Stellen mit jedem besetzen, der sich bewirbt. Wir können nicht mehr darauf schauen, ob die Person ins Team und zum Leitbild der Schule passt."
Ebenfalls wenig erfreulich: In drei Innviertler Schulen bleiben die Türen zu den Klassen für immer zu. Der Grund: Die Standorte werden geschlossen bzw. zusammengelegt, berichten die "OÖN".
Die Details: Die Volksschulen in Pramet (Bez. Ried) und Jeging (Bez. Braunau) nehmen ihren Betrieb im neuen Schuljahr nicht mehr auf. In Geiersberg und St. Marienkirchen am Hausruck (beide Bez. Ried) hat man sich auf eine gemeindeübergreifende Lösung geeinigt.
Bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes in St. Marienkirchen im Sommer 2027 ziehen alle Volksschüler und ihre Lehrkräfte in die Schule in Geiersberg. Danach steht für die beiden Gemeinden die Volksschule in St. Marienkirchen und der Kindergarten in Geiersberg zur Verfügung.
"Als kleine Gemeinde haben wir das Leid, dass wir die Klassen nicht auffüllen können", sagt der St. Marienkirchner Bürgermeister Friedrich Hosner (SPÖ). Eine Misere, die vergleichbare kleine Gemeinden im Bezirk Schärding bisher noch nicht ereilt hat.
In Sigharting, das mit rund 900 Einwohnern eine ähnliche Bevölkerungszahl hat, wird die Volksschule wieder zweiklassig geführt. "Mittelfristig ist der Standort gesichert", sagt Bürgermeisterin Martina Schlöglmann (ÖVP). Ähnlich ist die Situation in Altschwendt – dort steht man aber ebenfalls vor der großen Aufgabe, den Betrieb mittel- bis langfristig zu sichern.