ELN gibt Geiseln vor Wahl frei

Kolumbianische Rebellen lassen Polizisten frei

Kurz vor der Präsidentschaftswahl in Kolumbien hat die ELN zwei seit fast einem Jahr gefangene Polizisten freigelassen.
Newsdesk Heute
17.06.2026, 15:41
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In Kolumbien sind zwei Polizisten nach fast einem Jahr Gefangenschaft von der größten verbliebenen Rebellengruppe des Landes, der ELN, freigelassen worden. Das gab die kolumbianische Menschenrechtsbehörde am Dienstag bekannt.

Die Freilassung erfolgte nur wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl, bei der die Fortsetzung der Friedensgespräche mit der ELN einer der zentralen Streitpunkte ist. Die beiden Polizisten, Esley Hoyos und Yordin Fabián Pérez, waren im Juli 2025 vom Nationalen Befreiungsheer (ELN) in der Provinz Arauca an der Grenze zu Venezuela entführt worden.

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Die ELN hatte die Polizisten nach ihrem eigenen Rechtssystem wegen Spionage und der Zugehörigkeit zu einer angeblich 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehenden Behörde' angeklagt.

Unterschiedliche Wahlprogramme zu Friedensgesprächen

Präsident Gustavo Petro hatte 2022 Friedensgespräche mit der ELN begonnen, die jedoch nach einer Serie von Angriffen im Nordosten Kolumbiens im vergangenen Jahr ausgesetzt wurden. Diese Angriffe hatten mehr als 56.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die beiden aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten vertreten unterschiedliche Ansichten: Der konservative Abelardo de la Espriella will härter gegen Rebellengruppen wie die ELN vorgehen und die Gespräche abbrechen. Sein Rivale, Senator Iván Cepeda, kündigte an, die Gespräche fortzusetzen, sofern die Rebellen die Rechte der Bevölkerung achten.

Kolumbianischer Präsident Gustavo Petro begann bereits 2022 Friedensgespräche mir ELN
REUTERS

Die ELN erklärte am Montag, zwischen dem 20. und 23. Juni militärische Aktivitäten einzustellen und sich nicht in die Wahl einzumischen. Kritiker werfen der Gruppe jedoch vor, Waffenstillstände zu nutzen, um sich neu zu bewaffnen und ihre Kontrolle über ländliche Regionen auszubauen, wo sie von lokalen Unternehmen 'Steuern' eintreiben und von Drogenhandel sowie illegalem Bergbau profitieren.

Weitere Geiseln noch in der Gewalt der ELN

Aktuell hält die ELN weiterhin zwei kolumbianische Staatsanwälte als Geiseln und hat auch ihnen Spionage vorgeworfen. Die Menschenrechtsbehörde forderte am Dienstag erneut deren Freilassung und betonte: "Keine bewaffnete Gruppe kann sich selbst das Recht zusprechen, Menschen zu verurteilen oder Urteile zu fällen."

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