Es war ein ganz normaler Abend, der das Leben von Sam und Emma King für immer verändern sollte. Das Paar war im April noch gemeinsam ausgegangen, um Emmas letzten Arbeitstag vor der Babypause zu feiern. Wenig später gingen beide schlafen.
Mitten in der Nacht bemerkte die hochschwangere Emma plötzlich, dass ihr Mann nach Luft rang. Er habe drei Mal heftig nach Luft geschnappt, dann seien seine Augen nach hinten gerollt, erinnert sie sich.
Emma alarmierte sofort die Rettung. Am Telefon bekam sie die Anweisung, mit der Wiederbelebung zu beginnen. Obwohl sie bereits in der 39. Schwangerschaftswoche war, führte sie 15 Minuten lang eine Herzdruckmassage durch, bis die Einsatzkräfte eintrafen.
Dann begann ein stundenlanger Kampf um Sams Leben. Rund zwei Stunden versuchten die Notfallsanitäter, den werdenden Vater zu retten. Insgesamt elf Defibrillator-Schocks waren nötig.
Zeitweise waren weder Puls noch Blutdruck messbar. Doch bei einer Ultraschalluntersuchung konnten die Helfer noch eine minimale Herzaktivität erkennen. Sie machten weiter - und brachten Sam schließlich in äußerst kritischem Zustand in ein Londoner Spital.
Während Sam im Koma lag, stand Emma kurz vor der Geburt. Vier Tage nach dem Herzstillstand kam Tochter Sophie zur Welt - im selben Spital, in dem ihr Vater behandelt wurde.
Die Ärzte hatten Sams Sedierung zu diesem Zeitpunkt bereits reduziert. Seine Augen waren geöffnet, doch ob er seine Umgebung wahrnahm und welche Folgen der Herzstillstand für sein Gehirn haben würde, war noch unklar.
Dann brachte eine Hebamme die erst wenige Stunden alte Sophie zu ihrem Papa. Sie hielt das Neugeborene direkt vor Sams Gesicht. Plötzlich liefen dem regungslos daliegenden Vater Tränen über die Wangen - seine erste deutliche Reaktion.
„Das war das verrückteste Erlebnis meines Lebens“Ehefrau Emmaüber den denkwürdigen Moment
Sam selbst kann sich nur verschwommen daran erinnern. Für ihn sei die Begegnung mit seiner Tochter beinahe wie ein Traum gewesen.
Von da an ging es für den jungen Vater bergauf. 33 Tage nach seinem Herzstillstand konnte Sam das Spital verlassen. Von der langen Wiederbelebung hatte er gebrochene Rippen davongetragen. Mittlerweile treibt der Brite wieder Sport und kann seinen Alltag normal bestreiten. Zur Sicherheit wurde ihm ein Defibrillator implantiert, der im Ernstfall eingreifen kann.
Warum sein Herz mitten in der Nacht plötzlich stehen blieb, ist bisher nicht geklärt. Ärzte überwachen sein Herz und führen genetische Untersuchungen durch. Die Ursache will Sam vor allem für seine Tochter herausfinden. Sophie war schließlich erst wenige Stunden auf der Welt, als sie ihrem Papa sein erstes deutliches Lebenszeichen entlockte.