In den Olympischen Dörfern von Mailand, Cortina, Predazzo und Livigno herrschte in der ersten Woche der Winterspiele reger Betrieb – nicht nur im Kampf um Edelmetall ging es heiß her: Auch in den Zimmern der Athletinnen und Athleten dürfte es einige feurige Stunden gegeben haben. Ursprünglich waren rund 10.000 Kondome für alle Athletinnen und Athleten vorgesehen, doch bereits nach drei Tagen war der Vorrat erschöpft.
Nachschub? Lange Fehlanzeige. Rechtzeitig zum Valentinstag soll sich die Lage aber wieder entspannt haben, der Engpass wurde wurde überwunden. "Wir können bestätigen, dass die Kondom‑Vorräte in den Olympischen Dörfern vorübergehend erschöpft waren – aufgrund höherer Nachfrage als erwartet. Zusätzliche Lieferungen werden zwischen heute und Montag in alle Dörfer verteilt", bestätigte das italienische Organisationskomitee.
Auch IOC-Sprecher Mark Adams nahm die Situation mit Humor: "Ich glaube, 10.000 wurden genutzt, bei 2.800 Athleten – da kann man sich seinen Teil denken." Nachdem der Kondom-Nachschub am Samstag eingetroffen ist, dürften einige Athleten und Athletinnen auch den Valentinstag genossen haben. Neue Engpässe wollen die Organisatoren vermeiden – die Vorräte sollen bis zur Schlussfeier am 22. Februar kontinuierlich aufgefüllt werden, damit im Olympischen Dorf wieder alles rund läuft.
Zum Vergleich: Bei den Sommerspielen 2024 in Paris gab es satte 300.000 Kondome für mehr als 10.500 Teilnehmer. Für die laufenden Winterspiele sind dagegen nur rund 2.900 Athleten gemeldet – dennoch waren die Bestände schnell leer.
Die Bereitstellung von Kondomen in Athletendörfern ist bei Olympischen Spielen traditionell. Die Praxis reicht zurück bis zu den Spielen 1988 in Seoul, und auch das aktuelle IOC‑Programm verfolgt den Grundgedanken "Prävention und gesunder Menschenverstand". Die bunten Päckchen mit regionalen Symbolen gelten bei vielen Sportlern längst als Kult‑Souvenir.