Brutaler Vorfall unter jungen Schülern. Ein zehnjähriges Mädchen soll auf dem Sportplatz der Mittelschule Bildungscampus Sonnwendviertel in Wien-Favoriten am 30. September von zwei Mitschülerinnen attackiert und mit dem Kopf gegen eine Mauer geschlagen worden sein.
Besonders dramatisch: Das Mädchen leidet laut seiner Mutter an drei inoperablen Zysten im Gehirn. Die Reaktion der Schulleitung macht die Frau fassungslos.
Was als harmloses Ballspiel auf einem Schulsportplatz begann, soll für ein Mädchen mit blutigen Verletzungen und einer großen Beule am Kopf geendet haben. Wie ihre Mutter gegenüber "Heute" schildert, sei ihre Tochter von zwei anderen Mädchen körperlich angegriffen worden.
Auslöser soll ein Streit um einen Ball gewesen sein. Dieser war während des Spielens unter eine Sitzbank gerollt. Das Mädchen holte ihn hervor und erklärte, dass es ebenfalls mitspielen wolle. Doch die beiden anderen Schülerinnen hätten das offenbar nicht gewollt.
Daraufhin soll die Situation völlig eskaliert sein. "Sie wurde am Sportplatz der Schule von zwei Mädchen zusammengeschlagen", berichtet die aufgebrachte Mutter.
Was den Vorfall für die Mutter besonders erschütternd macht: Ihre Tochter leidet ihren Angaben zufolge an drei inoperablen Zysten im Gehirn. Die Schule sei über die gesundheitliche Situation des Mädchens bereits informiert gewesen.
Gerade deshalb hätte aus Sicht der Mutter besonders auf mögliche Kopfverletzungen geachtet werden müssen. "Und dann wird ihr Kopf gegen eine Mauer geschlagen?", zeigt sich die Frau entsetzt.
Auch die Aufsichtssituation wirft für sie Fragen auf. Die Mutter berichtet von einer Nachricht einer damals anwesenden Lehrperson: Sie soll nichts von dem Vorfall bemerkt haben.
Die beiden anderen Mädchen hätten sich lediglich darüber beschwert, dass ihre Tochter den Ball nicht zurückgeben wollte. Für die Mutter ist das völlig unverständlich: "Das ist noch lange kein Grund, ein Kind dann zu misshandeln!"
Nach dem Vorfall suchte die Mutter das Gespräch mit der Schulleitung. Sie habe vor allem Unverständnis erlebt. Als sie dem Direktor mitteilte, dass sie bereits Anzeige erstattet habe, soll dieser gelacht haben.
"Sie können anzeigen, was immer Sie wollen, aber die Schule nicht", soll der Schulleiter gesagt haben. Zwar habe die Schule versichert, sich darum zu bemühen, dass solche Vorfälle künftig verhindert werden, doch die Mutter hat das Vertrauen offenbar verloren. "Das ist in meinen Augen nur Gerede", kritisiert sie.
Die Folgen des mutmaßlichen Angriffs gehen nach Angaben der Mutter weit über die sichtbaren Verletzungen hinaus. "Ich kann sie momentan nur mit Müh und Not in die Schule bringen, weil sie sich weigert – aus Angst", schildert die verzweifelte Mutter.
Auf Anfrage von "Heute" bestätigt die Bildungsdirektion für Wien eine Auseinandersetzung zwischen den Mädchen. Während des Turnunterrichts kam es demnach zunächst zu einer verbalen und anschließend körperlichen Auseinandersetzung zwischen den drei Schülerinnen.
"Die Situation wurde durch die Aufsicht führende Lehrperson beendet", heißt es weiter. Die Schulleitung habe umgehend Kontakt mit den Erziehungsberechtigten aufgenommen, den Vorfall aufgearbeitet und Gespräche mit den beteiligten Schülerinnen geführt.
"Dabei kam es auch zu einer gegenseitigen Aussprache und Entschuldigung. Zusätzlich wurde die Schulsozialarbeit eingebunden, um die betroffenen Kinder weiter zu begleiten und ein respektvolles Miteinander sicherzustellen", so die Bildungsdirektion abschließend.