Der Amoklauf am BORG Dreierschützengasse zählt zu den erschütterndsten Ereignissen der jüngeren österreichischen Geschichte. Mitten im Chaos befand sich damals der 16-jährige Sam Askari – ein Schüler, der einen Kopfschuss überlebte.
In seinem neuen Buch "Graz, 10. Juni 2025" schildert Askari nun eindringlich, was an diesem Tag passierte. Es ist das erste Mal, dass ein Überlebender des Attentats so detailliert über die Ereignisse spricht.
"Es war so unwirklich. Doch der rationale Teil meines Verstandes sagte: Das passiert wirklich", schreibt er über den Moment, in dem plötzlich Schüsse durch das Schulgebäude hallten und sein Leben sich für immer veränderte.
Der Jugendliche wurde von einer Kugel am Kopf getroffen und fiel anschließend ins Koma. Zwei Tage lang kämpften Ärzte um sein Leben. Als er wieder aufwachte, begann ein langer Weg zurück: Sprechen und sogar Essen musste er neu lernen.
Besonders groß war seine Angst um seinen größten Traum. "Mein Lebenstraum Musiker schien plötzlich in Gefahr. Ich hatte Angst, meine Zukunft zu verlieren", erinnert sich Askari.
Die Familie des Jugendlichen war erst 2023 aus dem Iran nach Österreich gekommen. Sein Vater hatte in Graz eine Stelle als Ingenieur gefunden, die Familie wohnte nur wenige Gehminuten von der Schule entfernt.
Heute steht Sam Askari wieder auf Bühnen. Die Musik ist für ihn zu einer Möglichkeit geworden, das Erlebte zu verarbeiten. Auch in seinem Buch beschreibt er, wie sehr ihn der Tag geprägt hat: "Dieser Tag hat mich verändert, aber nicht zum Schlechteren. Das ist ein Sieg, den ich diesem Mörder nicht gewähren möchte."