Die UEFA erwägt rechtliche Schritte gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP bereitet der europäische Fußballverband eine mögliche Strafanzeige in der Schweiz vor. Hintergrund ist Infantinos inzwischen gescheiterter Plan, künftige Einnahmen der FIFA an private Investoren zu verkaufen.
Die UEFA teilte am Donnerstag mit, dass ihre Anwälte bei einem Gericht in Manhattan Unterlagen angefordert haben. Diese sollen mögliche Beweise von der New Yorker Investmentgesellschaft Thrive Capital Management liefern. Das Unternehmen wurde von Joshua Kushner gegründet und sollte bei dem geplanten Geschäft eine zentrale Rolle spielen.
Thrive und Kushner waren demnach als Ankerinvestoren vorgesehen. Für 4,2 Milliarden Dollar sollten sie einen Anteil von 20 Prozent an einer FIFA-Tochtergesellschaft erwerben. Diese sollte für die kommerzielle Vermarktung von FIFA-Veranstaltungen, darunter auch die Weltmeisterschaft, zuständig sein.
Laut einem 56-seitigen Dokument der UEFA-Anwälte, das der AP vorliegt, wird nun ein mögliches Strafverfahren gegen Infantino und möglicherweise weitere FIFA-Funktionäre geprüft. Dabei geht es um den Verdacht der strafrechtlichen Misswirtschaft nach Schweizer Recht.
Besonders der geplante Kaufpreis steht im Mittelpunkt. In den Unterlagen wird der Verdacht geäußert, dass die 4,2 Milliarden Dollar deutlich unter dem tatsächlichen Marktwert gelegen haben könnten. Zudem wird geprüft, ob Infantino das Geschäft zu seinem eigenen Vorteil vorangetrieben haben könnte.
Zu dem Verkauf kam es letztlich nicht. Infantino gab die Pläne am 1. August nach heftiger Kritik aus der Fußballwelt auf. Zu den Gegnern des Vorhabens gehörten auch führende Vertreter der UEFA.