Der Kreml erwägt einen befristeten Luftwaffenstillstand in der Ukraine – offenbar als Zeichen des Entgegenkommens an US-Präsident Donald Trump, der ein Ultimatum gestellt hat. Laut Insidern könnte Moskau damit versuchen, die durch die USA drohenden Sekundärsanktionen abzuwenden.
Im Raum steht eine Pause bei Drohnen- und Raketenangriffen, sofern auch Kiew zustimmt, wie "Bloomberg" berichtet. Eine umfassende Waffenruhe lehnt Putin aber ab: Russische Truppen rücken weiter vor, Moskaus Kriegsziele bleiben unverändert.
Trumps Sondergesandter Steve Witkoff reiste diese Woche erneut nach Russland – bereits zum fünften Mal in diesem Jahr. Er traf den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem etwa dreistündigen Gespräch. Zum Inhalt machten beide Seiten keine Angaben.
Die Erwartungen an eine Einigung sind jedoch gering. Trump macht Druck: Ab Freitag sollen neue Zölle gegen Länder wie China und Indien greifen, die weiterhin russisches Öl kaufen. Indien reagierte empört auf diese sogenannten Sekundärsanktionen und nennt das Vorgehen "ungerechtfertigt".
Auch Belarus mischt sich ein: Präsident Alexander Lukaschenko brachte bei einem Treffen mit Putin öffentlich die Idee eines Luftwaffenstillstands ins Spiel. Trump selbst zeigte sich zuletzt frustriert über Putins Ablehnung eines Waffenstillstands – trotz sechs Telefonaten seit Februar.
Kiew lehnt die russischen Bedingungen weiterhin klar ab. Laut Umfragen wünscht sich die Mehrheit der Russen ein Kriegsende auf den aktuellen Frontlinien.