Psychologe über US-Präsident

"Trump zeigt klassische Anzeichen von Demenz"

Experten zweifeln die mentale Fitness des US-Präsidenten an. Grund dafür sind mehrere Auftritte in den vergangenen Wochen.
04.08.2025, 22:46
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Experten aus der Gesundheitsbranche zweifeln an der geistigen Verfassung des US-Präsidenten Donald Trump (79). Grund dafür sind mehrere seiner Auftritte in diesem Monat: Immer wieder schweifte er vom Thema ab oder schien sich an einfache Fakten über seine Regierung und sein Leben nicht zu erinnern.

In einer umfassenden Analyse schildert der "Guardian"-Journalist Adam Gabbatt mehrere solcher Situationen.

Themenwechsel

Im schottischen Turnberry traf Donald Trump vor wenigen Tagen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Eigentlich ging es ums Thema Migration. Doch der Republikaner wechselte abrupt zum Thema Windenergie. "Das andere, was ich Europa sagen will: Wir – wir werden nicht erlauben, dass in den USA ein Windrad gebaut wird. Sie töten uns. Sie zerstören die Schönheit unserer Landschaft." Über zwei Minuten lang sagte Trump dann unter anderem, Windräder würden "Wale verrückt machen" und "Vögel töten" – ohne Beweise vorzulegen.

US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Turnberry.
REUTERS

Anfang Juli wurde Trump gefragt, welches Wahlversprechen er als Nächstes einlösen wolle. Seine Antwort war ein zusammenhangloses Gerede über Wasserdruck: "Ich habe ein Gesetz abgeschafft – gerade neulich –, da kaufst du ein Haus, da ist ein Wasserhahn drin und aus dem kommt kein Wasser. Die haben so einen Begrenzer. Selbst in Gegenden mit zu viel Wasser. Die Dusche funktioniert nicht richtig..."

Und bei einer Kabinettssitzung zu den Themen Überschwemmungen in Texas, Kriege in Gaza und der Ukraine sowie den globalen Zöllen, hielt Trump gemäß dem "Guardian" eine 13-minütige Rede über die Einrichtung des Kabinettsaals.

Falsche Angaben

Im Zusammenhang mit der Hungersnot im Gazastreifen hat Donald Trump in den vergangenen Tagen mehrfach öffentlich erklärt, die USA hätten 60 Millionen US-Dollar für Hilfsgüter bereitgestellt. Doch gemäß der "Washington Post" waren es 30 Millionen US-Dollar, wovon bisher drei Millionen US-Dollar ausgezahlt worden seien.

Trump ergänzte bei einer Gelegenheit: "Kein anderes Land hat irgendetwas gegeben. Niemand hat es gewürdigt, niemand spricht darüber, und es macht einen schon ein wenig traurig, wenn man so etwas tut und die anderen Länder nichts geben – übrigens hat keines der europäischen Länder – ich meine, niemand außer uns hat etwas gegeben."

Der "Guardian" listet Hilfsbeiträge auf, die von anderen Ländern gesprochen wurden: Großbritannien 60 Millionen Pfund und EU 170 Millionen Euro.

Falsche Erinnerungen

Im Juli behauptete Trump, sein Onkel John Trump habe den Unabomber Ted Kaczynski am MIT unterrichtet. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Trumps Onkel starb im Jahr 1985, Kaczynski wurde 1996 als Unabomber enttarnt und studierte gar nie am MIT.

Harry Segal, Dozent an der Cornell University, sieht darin ein weiteres Zeichen, Trumps geistige Verfassung infrage zu stellen. Es handle sich um Konfabulation. "Dabei nimmt er eine Idee oder etwas, das tatsächlich passiert ist, und fügt Dinge hinzu, die nie geschehen sind."

Theodore Kaczynski, alias «Unabomber», nahm sich 2023 im Gefängnis das Leben.
IMAGO/ZUMA Press

Einschätzung

"Was wir sehen, sind klassische Anzeichen von Demenz – eine massive Verschlechterung im Vergleich zu früher", sagte der Psychologe John Gartner vor einigen Wochen. Er war 28 Jahre lang Assistenzprofessor für Psychiatrie an der Johns Hopkins University.

"Wenn man sich Aufnahmen aus den 1980ern anschaut, war Trump extrem artikuliert. Immer noch ein Idiot – aber einer, der sich klar ausdrücken konnte. Heute kann er kaum einen Gedanken zu Ende bringen. Das ist ein dramatischer Abbau."

Gartner warnte: "Ich habe schon vor der Wahl vorhergesagt, dass er vor Ende seiner Amtszeit kognitiv abstürzen wird. Und bei dem Tempo seines Verfalls … nun ja, wir werden sehen. Aber es wird schlimmer. Davon bin ich überzeugt."

Das sagt das Weiße Haus

Mit den Ereignissen konfrontiert, sagt Liz Huston, Sprecherin des Weißen Hauses, gegenüber dem "Guardian": "Der Guardian ist ein Sprachrohr der Linken und sollte sich schämen, durchgeknallte Widerstandskämpfer als ‹Experten› zu bezeichnen. Wer Bidens Geisteszustand verteidigt, hat keine Glaubwürdigkeit. Präsident Trump ist geistig auf höchstem Niveau und arbeitet rund um die Uhr für fantastische Deals für die Amerikaner."

Verteidigt wird er auch von seinem ehemaligen Leibarzt Ronny Jackson: "Als ehemaliger Leibarzt des Präsidenten und Arzt im Weißen Haus über 14 Jahre hinweg kann ich mit Sicherheit sagen: Präsident Donald J. Trump ist der gesündeste Präsident, den dieses Land je hatte."

Vergleiche mit Joe Biden

Seit Jahren wehrt sich Trump gegen Zweifel an seiner geistigen Gesundheit, bezeichnet sich selbst als "stabiles Genie" und prahlt damit, bei kognitiven Tests – die sich später als sehr einfache Demenz-Checks herausstellten – "brillant" abgeschnitten zu haben.

Während seiner Amtszeit war Joe Biden heftigen Spekulationen über seine geistige Fitness ausgesetzt – insbesondere von Trump selbst. Nach Bidens katastrophalem Auftritt bei einer TV-Debatte im Juni 2024, bei der er mehrfach den Faden verlor, führte der öffentliche Druck schließlich dazu, dass Biden nicht erneut kandidierte.

Doch die Demokraten stellen nun vermehrt Trumps geistige Eignung infrage – unter ihnen die texanische Abgeordnete Jasmine Crockett und Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom. Allein in dieser Woche führten sie mehrere Beispiele für Trumps seltsames Verhalten an.

{title && {title} } red,20 Minuten, {title && {title} } Akt. 05.08.2025, 08:55, 04.08.2025, 22:46
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