Sport

Kriechmayr: "Die Gams kommt nicht in den Stall"

Wengen-Sieger Vincent Kriechmayr ist scharf auf die Streif. Im "Heute"-Talk verrät er, warum ein Sieg ein Muss ist.
Heute Redaktion
13.09.2021, 18:21

"Heute": Herr Kriechmayr, seit zehn Jahren hat niemand Wengen und Kitz im selben Jahr gewonnen. Was spricht trotzdem für Sie?

Vincent Kriechmayr: "Dass ich mich gut fühle, nicht viel mehr. Ich will zeigen, dass ich auch hier ganz oben stehen kann. Alles fängt bei Null an. Wenn man zu den besten Abfahrern der Geschichte zählen will, sollte man in Kitz auf der Siegerliste stehen."

74.000 Euro casht der Champion. Was würden Sie sich leisten?

"Ich fahre nicht des Geldes wegen. Viel mehr interessiert mich die Legende hinter dem Rennen. Ich bin keiner, der für irgendwelche Späße viel ausgibt. Daheim auf der Landwirtschaft gibt es ohnehin genug zu tun."

Apropos: Ist dort neben all den Kühen noch Platz für eine Goldene Gams?

"Ich glaube nicht, dass ich sie in den Stall stellen würde. Wenn ich daheim bin, reden wir kaum über das Skifahren. Dort finde ich den nötigen Abstand zum Sport."

Fährt bei Ihnen auf der Streif die Angst mit?

"Nein, maximal im ersten Training in der Mausefalle. Beim Rennen will man dann nur noch aus dem Starthaus raus und sein letztes Hemd riskieren."

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In Bormio haben Sie gemeint, Bormio sei das härteste Rennen des Jahres. Doch nicht Kitzbühel?

"Vom Kraftverschleiß her ist sicher Bormio härter. Dort ist man im Ziel einfach komplett fertig. Die schwierigste Abfahrt ist aber sicher Kitz. Der obere und untere Teil sind einfach einzigartig. Der Mittelteil ist nicht ganz so extrem, aber entscheidend."

Jeder spricht von der Abfahrt – dabei beginnt das Wochenende mit dem Super-G.

"Stimmt, der ist sogar geschichtsträchtig, wenn man an all die Siege von Hermann Maier zurückdenkt. Er ist also definitiv mehr als nur ein Aufwärmrennen."

Was treiben Sie eigentlich am Sonntag während des Slaloms?

"Ich gestehe, ich habe mir in Kitz noch nie den Slalom angesehen. Aber sollte ich bei der Abfahrt am Stockerl stehen, bin ich heuer am Sonntag sicher noch da."

Max Franz ist seit dieser Saison ihr Ski-Markenkollege bei Fischer. Fluch oder Segen?

"Absolut Segen. Wir arbeiten genial zusammen, profitieren viel von einander. Eine Win-Win-Situation."

Sie sind heuer immer wieder mit einer Milch-Packung im Zielraum zu sehen. Das wirkt kurios, was ist wirklich drin?

"Gmundner Milch ist seit dieser Saison mein Sponsor – das passt perfekt zu mir. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass nicht immer Milch in den Packerln drin ist. In Beaver Creek zum Beispiel konnte ich ja schlecht auf Gmundner Milch zurückgreifen. Da ist dann einfach nichts drin."