1:51,58 Minuten – das ist die magische Bestzeit auf der legendärsten Abfahrt der Welt. Mit dieser Zeit siegte Österreichs Ski-Ikone Fritz Strobl 1997 auf der Streif. Bis heute war kein Läufer schneller. Das hat einen einfachen Grund. Früher wurde vor allem die Traverse über den Hausberg direkter gesteckt.
Doch mittlerweile sind die Skistars auch auf der "neuen" Kurssetzung rasend schnell unterwegs. So schnell, dass der Strobl-Rekord 29 Jahre danach gehörig in Gefahr ist. Denn der italienische Überflieger Giovanni Franzoni, im zweiten Abfahrtstraining auf der berüchtigten Streif der Schnellste, lag in diesem Trainingslauf am Mittwoch nur noch 63 Hundertstelsekunden hinter der Rekordmarke.
Und hatte noch Reserven, wie er im Ziel meinte. "Bis zur ersten Zwischenzeit war es noch nicht gut, da kann ich die Linie noch verbessern", ließ der Sieger des Wengen-Super-G aufhorchen.
Steht am Samstag also ein denkwürdiges Rennen an? Nein, meint zumindest Österreichs Top-Abfahrer Vincent Kriechmayr. Der Oberösterreicher glaubt nicht an eine Rekord-Siegerzeit bei den 86. Hahnenkammrennen. "Schwierig", meinte der ÖSV-Star im "ORF" auf die mögliche Rekord-Fahrt angesprochen. "Ich glaube schon, dass Giovanni Franzoni und einige andere Fahrer noch ein paar Reserven haben. Aber am Samstag ist schlechteres Wetter angesagt, die Sicht wird schlechter sein. Das Licht macht schon einiges aus", so der Oberösterreicher.
Tatsächlich soll es ausgerechnet am Samstag zuziehen, der Sonnenschein verschwinden. Stattdessen sind dichte Bewölkung und auch Niederschlag angesagt. "Ich denke, der Friedl wird seinen Rekord behalten", schob Kriechmayr deshalb an. Einem echten Renn-Spektakel steht aber trotzdem nichts im Weg.