Minutenlanger Würgegriff

"Kriege keine Luft!"– Vater tot nach Polizei-Einsatz

Ein 37-Jähriger starb nach einem Polizeieinsatz in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Jetzt stehen sechs Beamte im Visier der Justiz.
Newsdesk Heute
18.09.2026, 13:29
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Ein Polizeieinsatz in Ljubljana (Laibach) endete für einen 37-jährigen Mann tödlich. Auf einem Bodycam-Video soll zu hören sein, wie er sagt: "Ich werde sterben, bitte, ich bekomme keine Luft." Drei Tage später starb der Mann im Krankenhaus. Das berichtet die "Kleine Zeitung" unter Berufung auf 24ur.com.

Der Einsatz fand am 8. Dezember statt. Die Polizei war gerufen worden, weil der Mann vor einem Lokal in der Innenstadt randaliert und ohne ersichtlichen Grund einen niederländischen Staatsbürger geschlagen haben soll. Auch nach dem Eintreffen der Beamten habe er sich aggressiv verhalten und Widerstand geleistet. Daraufhin setzten die Polizisten Zwangsmittel ein.

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Familie erhebt schwere Vorwürfe

Nach Darstellung des Bruders soll ein Polizist den 37-Jährigen minutenlang in einem Würgegriff gehalten haben. Fünf weitere Beamte hätten zugesehen, ohne einzugreifen. "Ihm wurde sechs Minuten lang die Luft abgeschnürt, während sein Kopf auf den Boden gepresst wurde", sagte der Bruder.

Nach Angaben der Familie habe die Obduktion ergeben, dass der Mann einem Hirntod erlegen sei. Der Verstorbene war Vater von sechs minderjährigen Kindern. Die Hinterbliebenen sind überzeugt, dass die Beamten rechtswidrig gehandelt und unverhältnismäßige Gewalt angewendet haben.

"Dass die Polizei anrückt und Zwangsmittel anwenden musste, das ist normal und das befürworte ich. Was ich aber nicht akzeptieren kann, dass jemand dabei auf offener Straße getötet wird und es anschließend vertuscht wird", so der Bruder.

Innenministerium sieht Fehler

Nach den öffentlichen Vorwürfen prüfte auch das Innenministerium den Fall. Nach rund zwei Monaten kam es zum Schluss, dass ein professioneller Würgegriff unsachgemäß angewandt worden sei – bei einer Person, die bereits unter Kontrolle gewesen sei. Zudem sei es verabsäumt worden, rechtzeitig Erste Hilfe zu leisten, bevor die Rettungskräfte eintrafen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sechs Polizeibeamte. Einem Beamten wird fahrlässige Tötung vorgeworfen, fünf weiteren unterlassene Hilfeleistung.

Beamte weiter im Dienst

Die Polizeidirektion Ljubljana reagiert bisher zurückhaltend. Alle betroffenen Beamten sollen weiterhin im Dienst sein. Die Polizei habe alle verfügbaren Unterlagen an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Interne sicherheitsrelevante Verfahren laufen, deren Ergebnisse sollen jedoch von der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung abhängen.

Bekannt wurde außerdem, dass der Anwalt des hauptbeschuldigten Polizisten beantragt haben soll, das Bodycam-Video vor Gericht nicht als Beweismittel zuzulassen. Wann Anklage erhoben wird, ist noch unklar. Für alle sechs Polizeibeamten gilt die Unschuldsvermutung.

red,18.09.2026, 13:29
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