Dienstagnachmittag sah "Heute"-Leser Manuel* (Name von der Redaktion geändert) die Beförderung des Kriegsgerätes auf der Süd-Autobahn (A2) bei Graz. In Fahrtrichtung Wien wurde eine Panzer-Haubitze auf dem rechten Fahrstreifen über die Autobahn geschleppt. Laut Bundesheer-Oberst Michael Bauer war dieser Transport ein Fall für das Innenministerium.
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Da es sich hier um einen "Stückgut-Transport" handelt, liege die Zuständigkeit nicht beim Heer, so Oberst Bauer. Auf Anfrage von "Heute" meinte die Pressestelle des Innenministeriums dazu: "Bei solchen Durchfahrten durch Österreich sind die Bestimmungen des Kriegsmaterialgesetzes zu berücksichtigen. Durchfuhren aus einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen EU-Mitgliedstaat sind unter bestimmten Voraussetzungen bewilligungsfrei, müssen also weder angemeldet noch genehmigt werden."
Bei dieser Fahrt auf der A2 soll es sich um solch eine "bewilligungsfreie Durchfuhr" handeln – aus Italien wurde das Kriegsgerät über die Südautobahn in die Slowakei gebracht. "Nähere Details zum Transportgut können wir nicht nennen", heißt es seitens des Innenministeriums. Ob der Panzer im Ukraine-Krieg zum Einsatz kommen könnte, bleibt ungelöst.
Erst kürzlich sorgte eine ganzer Zug voller Panzer-Haubitzen auf der Durchfahrt für Aufsehen. Es habe sich in diesem Fall um Kriegsmaterial gehandelt, für das nach hiesigen Gesetzen keine Genehmigungspflicht bestehe – mehr dazu hier.
Fakt ist, dass militärische bzw. NATO-Transporte durch Österreich keine Seltenheit sind. Erst im Jänner waren italienische M-109er-Panzerhaubitzen auf dem Rücken mehrerer Lkws über die A2 Südautobahn durch das Land gekarrt worden – "Heute" berichtete.