Prinz William (44) plant offenbar einen umfassenden Umbau des milliardenschweren Herzogtums Cornwall. Wie die britische Zeitung "The Times" berichtet, soll in den kommenden zehn Jahren rund ein Fünftel des traditionsreichen Besitzes verkauft werden. Mit den Einnahmen will der Thronfolger massiv in Wohnbau, Klimaschutz und soziale Projekte investieren.
Das Herzogtum Cornwall zählt zu den wichtigsten privaten Einnahmequellen der britischen Royals. Der weitläufige Besitz erstreckt sich über 21 Grafschaften und umfasst Ländereien, Bauernhöfe, Wohnhäuser und Gewerbeimmobilien.
Jährlich erzielt der Thronfolger daraus Einnahmen von knapp 26,4 Millionen Euro, die das offizielle und private Leben von ihm, Prinzessin Kate (44) und ihren drei Kindern finanzieren.
Laut Bericht sollen nun insgesamt über 500 Millionen Euro in fünf sogenannte "Herzland"-Regionen fließen: Cornwall, die Scilly-Inseln, Dartmoor, die Gegend rund um Bath sowie Kennington im Süden Londons. Dort sehen Williams Berater das größte Potenzial für gesellschaftliche und ökologische Projekte.
Will Bax, Geschäftsführer des Herzogtums, erklärte die neue Ausrichtung deutlich. Das Anwesen "sollte nicht nur existieren, um Land zu besitzen. Es sollte in erster Linie existieren, um einen positiven Einfluss auf die Welt zu haben." Dort, wo keine positiven Veränderungen möglich seien, müsse das Herzogtum nicht zwingend vertreten sein. In Regionen mit sozialen oder ökologischen Herausforderungen wolle man dagegen gezielt Verantwortung übernehmen.
Ein Schwerpunkt der Pläne liegt auf dem Wohnbau. Rund 180 Millionen Euro sollen in neue Projekte investiert werden, darunter leistbare Wohnungen in Cornwall, auf den Scilly-Inseln und im Süden Londons. Durch die Entwicklung von Flächen nahe urbaner Gebiete könnten bis zum Jahr 2040 zwischen 10.000 und 12.000 neue Wohneinheiten entstehen.
Auch erneuerbare Energie spielt in den Zukunftsplänen eine zentrale Rolle. Innerhalb der kommenden zehn Jahre soll eine Kapazität von 100 Megawatt grüner Energie, genug, um bis zu 100.000 Haushalte zu versorgen, aufgebaut werden.
Zusätzlich sind weitere 23 Millionen Euro für Naturschutzprogramme vorgesehen, die gemeinsam mit Umweltorganisationen und staatlichen Stellen umgesetzt werden sollen.
Ganz ohne Kritik verlaufen die Modernisierungspläne jedoch nicht. Bereits Anfang des Jahres sorgte die Entscheidung für Diskussionen, zehn verpachtete Bauernhöfe auf dem historischen Bradninch-Anwesen in Devon zu verkaufen. Die betroffenen Pächter berichteten von großem Stress und Unsicherheit, da das Gut bereits seit dem 14. Jahrhundert zum Herzogtum gehört.
Bax versuchte die Sorgen zu entschärfen und betonte, man wolle die Landwirte beim Kauf ihrer Höfe unterstützen, statt sie zu verdrängen. Nach Angaben des Herzogtums befinden sich alle zehn Pächter derzeit in Kaufgesprächen.
Für Diskussionen sorgen außerdem die jährlich rund 1,7 Millionen Euro Einnahmen aus der Verpachtung des weitgehend unbewohnbaren Gefängnisses Dartmoor.