Dreieinhalb Wochen vor Beginn der Fußball-WM sind in Mexiko am Sonntag zehn Menschen erschossen worden. Wie die Behörden des Bundesstaates Puebla mitteilten, fielen die Schüsse in einem Haus in der Ortschaft Tehuitzingo rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt.
Bei den Toten handelt es sich um sechs Männer, drei Frauen und eine Minderjährige. Die Ermittler vermuten, dass ein Familienstreit eskalierte. Einige der Opfer sollen miteinander verwandt sein.
Neun Menschen starben nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch am Tatort an ihren Schussverletzungen, eine Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Ermittler gehen von einer "familiären Angelegenheit" aus, wie Pueblas Generalstaatsanwältin Idamis Pastor mitteilte.
Sechs der zehn Opfer seien verwandt und die anderen vier seien "Arbeiter" gewesen, erklärte Pastor. Weitere Angaben zum Motiv machte sie nicht. Soldaten, Nationalgardisten und Polizisten wurden zum Tatort entsandt.
Die Fußball-WM findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Mexiko und Südafrika findet in Mexiko-Stadt statt. Nach der Tötung des Drogenbosses Nemesio Oseguera alias "El Mencho" bei einem Militäreinsatz im Februar war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Bandenmitgliedern gekommen, auch im WM-Austragungsort Guadalajara. Fast 100.000 Sicherheitskräfte sollen Fans und Spieler während des Turniers schützen.