Die Lawinenlage in Tirol bleibt dramatisch: Am Freitag kam es im freien Skiraum zu mehreren Abgängen, die zahlreiche Einsätze auslösten. Es gab mehrere Verletzte – und einen Toten, wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet.
In Kappl wurde gegen 12.40 Uhr eine große Lawine gemeldet, 15 Personen waren betroffen. Eine Person war komplett verschüttet, zwei teilverschüttet. Alle drei konnten geborgen werden, die Suche nach weiteren möglichen Opfern lief.
Tragisch endete ein Lawinenabgang in Nauders: Vater und Sohn wurden erfasst und geborgen. Der Jugendliche kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus Zams, für seinen Vater kam jede Hilfe zu spät.
Auch in Alpbach (Schatzberg) wurden drei Personen von einer Lawine erfasst, eine davon dürfte schwer verletzt worden sein und musste unbestätigten Informationen zufolge reanimiert werden. In Kitzbühel konnte ein bis zur Brust verschütteter Wintersportler befreit und ins Krankenhaus gebracht werden.
Mehrere Einsätze gab es zudem im Zillertal: In Fügenberg wurde eine Person geborgen, eine weitere zunächst vermisste Person nicht gefunden. In Kaltenbach und Aschau konnten sich Betroffene selbst aus den Schneemassen befreien. In Fiss wurde ein Sucheinsatz mit Hunden und Hubschrauber abgebrochen – es wurden keine Verschütteten entdeckt.
In weiten Teilen Tirols gilt weiterhin Lawinengefahrenstufe 4 (große Gefahr). Neuschnee und starker Westwind sorgen für störanfällige Triebschneeansammlungen. Land und Lawinenwarndienst appellieren, auf Touren und Fahrten im freien Skiraum zu verzichten. Bereits am Mittwoch hatte es zwei Lawinentote gegeben.