Leben in Zeiten der Klimakrise

Wälder sind schützenswert, da sie in mehrfacher Hinsicht das Klima positiv beeinflussen.
Wälder sind schützenswert, da sie in mehrfacher Hinsicht das Klima positiv beeinflussen.Günter Albers / OTS
Neben verstärkten Klimaschutzmaßnahmen sind Schritte zur Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels nötig.

Der Klimawandel findet statt. Selbst durch einen vollständigen Stopp des Ausstoßes von Treibhausgasen ist eine weitere Temperaturerhöhung unvermeidbar. Neben ambitionierter Klimaschutzpolitik - vor allem in den Bereichen Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Wohnen - sind Schritte zur Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels nötig.

Mit dem Pariser Klimaabkommen haben sich 197 Vertragsparteien auf gemeinsame Ziele zur Lösung der Klimakrise geeinigt: Der Anstieg der durchschnittlichen Temperatur soll deutlich unter zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau gehalten werden und darüber hinaus sollen Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Verursacht wird der Temperaturanstieg und Klimawandel durch den Ausstoß von Treibhausgasen. Wichtigste Quelle von Treibhausgasemissionen ist die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl oder -gas. Die Änderungen im globalen Klimasystem verlaufen oft nichtlinear, es gibt Kipppunkte, bei deren Überschreitung gravierende irreversible Änderungen auftreten.

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Dies betrifft etwa das Abschmelzen des Grönland-Eisschildes, was langfristig (mehrere hundert Jahre) einen Anstieg des Meeresspiegels um in etwa sieben Meter zur Folge hätte. Bei einem Temperaturanstieg im globalen Mittel um zwei Grad Celsius sind bereits irreversible Auswirkungen zu erwarten und die Überschreitung von unterschiedlichen Kipppunkten wahrscheinlich.

Bereits heute liegt die mittlere globale Temperatur um rund 1,2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau und die Jahre 2014-2020 waren die wärmsten der bisherigen Messgeschichte.

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Österreich besonders vom Klimawandel betroffen

In Österreich war der Temperaturanstieg in der Vergangenheit mehr als doppelt so hoch - nämlich über zwei Grad Celsius - wie im globalen Mittel. Abgesehen von 1994 reihen sich die 15 wärmsten Jahre seit Messbeginn nach dem Jahr 2000 ein. Das Jahr 2020 war das bisher fünftwärmste Jahr in der 253-jährigen Messgeschichte.

Berechnungsergebnisse von Klimamodellen zeigen, dass sich Österreich bzw. der Alpenraum auch in Zukunft stärker als das globale Mittel erwärmen wird. Der Anstieg der Temperatur bedingt eine Zunahme von Trockenheit und Hitzeperioden, unter denen Vegetation, Tierwelt und Menschen leiden. Durch die Klimaerwärmung wird das Vorkommen von subtropischen und tropischen Stechmücken als Überträger von Krankheiten sowie die Ausbreitung von Pflanzen wie des hoch allergenen Beifuß-Traubenkrautes (Ambrosia artemisiifolia) und weiterer problematischer Arten verstärkt.

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Die Waldbrandgefahr nimmt zu und wärmeliebende Schädlinge, wie Borkenkäfer, werden vermehrt auftreten. Ferner wird es häufiger zu extremen Wetterereignissen sowie in deren Folge zu Rutschungen, Muren und Steinschlag kommen. Aufgrund der besonderen Sensibilität der (alpinen) Naturräume, aber auch der technischen Eingriffe in die natürliche Umgebung, werden selbst bei Erfolg der globalen Klimaschutzmaßnahmen weitgehende Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel unumgänglich sein.

Nichts tun im Klimaschutz ist die teuerste Variante

Ökonomische Folgen des Klimawandels betreffen alle Sektoren, u. a. den Tourismus, die Land-, Forst- und Energiewirtschaft sowie das Gesundheitswesen. Darüber hinaus wird der Migrationsdruck in zahlreichen Regionen der Erde, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind, deutlich zunehmen, da viele der betroffenen Länder zudem über eine begrenzte Anpassungskapazität verfügen.

Zuwarten beim Klimaschutz kann richtig teuer werden. Eine Studie des Wegener Centers (Uni Graz) über die Kosten des Nicht-Handelns zeigt, dass wir uns auf dramatische Klimaschäden einstellen müssen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Bis Mitte des Jahrhunderts könnten die Schäden zum Beispiel durch Dürre, Borkenkäfer, Hochwasser und Hitzewellen im Ausmaß von bis zu zwölf Mrd. Euro jährlich ausmachen.

Klimakrise – Leben mit Hitzestress

Extreme Hitze und Hitzewellen sind sowohl in Österreichs Städten, aber immer häufiger auch in kleineren Gemeinden spürbar. Neben Klimaschutzmaßnahmen sind Schritte zur Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels nötig. Die Initiative KlimaKonkret gibt wertvolle Tipps, wie Städte und Gemeinden in Zeiten der Erderhitzung klimafit werden können.

1.) Grünräume sichern und vernetzen

Die Herausforderung: Klimawandel und versiegelte Flächen erhitzen Siedlungsräume zunehmend. Der Lösungsansatz: Entsiegelung und viel Grün tragen wesentlich zur Kühlung bei.

2.) Klimagerecht bauen und entwickeln

Die Herausforderung: Zunehmende Versiegelung überhitzt Stadt- und Ortsgebiete. Der Lösungsansatz: Bereits auf der örtlichen Planungsebene die Grundlagen für eine nachhaltige und klimagerechte Siedlungsentwicklung schaffen.

3.) Mobilität vielfältig gestalten

Die Herausforderung: Verkehrsflächen und motorisierte Fahrzeuge heizen die Umgebung auf, zudem tragen die Verkehrsemissionen beträchtlich zur Erderhitzung bei. Der Lösungsansatz: Verkehrsflächen für alle Verkehrsteilnehmer attraktiv, vielfältig nutzbar und sicher gestalten, sämtliche Wege bestmöglich (großflächig und ganztägig) durch Bäume beschatten, alternative Mobilitätslösungen anbieten und fördern.

4.) Wasser intelligent nutzen

Die Herausforderung: Unwetter, Starkniederschläge und zunehmende Versiegelung belasten die Infrastruktur; Hitzewellen unsere Wasservorräte. Der Lösungsansatz: Unversiegelte Flächen, intelligentes Regenwassermanagement durch Schwammstadt-Prinzip und naturnahe Maßnahmen.

Mehr Infos unter klimakonkret.at

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