Die Strecke ist nur 400 Meter kurz - doch dieser Test hat große Bedeutung.
Lidl hat einen autonomen Elektro-Lkw in Betrieb genommen, der völlig ohne menschlichen Fahrer auskommt. Das Fahrzeug verfügt nicht einmal über eine Fahrerkabine.
Das Kraftfahrt-Bundesamt hat den Einsatz des sogenannten Level-4-Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen genehmigt. Level 4 bedeutet: Der Lkw übernimmt alle Fahraufgaben selbstständig, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.
Wie n-tv berichtet, soll der Elektro-Lkw des schwedischen Herstellers Einride die Strecke künftig bis zu dreimal täglich zurücklegen. Vorerst ist ein bemanntes Begleitfahrzeug vorgeschrieben. Der Testbetrieb ist auf vier Monate angelegt.
Der fahrerlose Elektro-Lkw kann 15 Europaletten transportieren - das ist etwa die Hälfte eines normalen Sattelzugs. Experten sehen in dem Test weniger einen technischen als einen regulatorischen Durchbruch.
"Die eigentliche Nachricht ist die behördliche Zulassung eines fahrerlosen SAE-Level-4-Fahrzeugs durch das Kraftfahrt-Bundesamt", erklärt Handelsexperte Jörg Funder vom IIHD-Institut.
Hinter Lidl steht die Schwarz-Gruppe, die seit Jahren massiv in Technologie investiert. Unter dem Namen Schwarz Digits bündelt der Konzern seine IT-, Cloud- und KI-Aktivitäten.
Der Vorteil von Lidl: Das Unternehmen verfügt über ein dichtes, hochstandardisiertes Netz aus Verteilzentren und nahezu baugleichen Filialen. Autonomes Fahren funktioniert besonders gut, wenn sich Routen wiederholen.
Ob sich das System auf längere Strecken ausweiten lässt, wird nach dem Testbetrieb entschieden. Wirtschaftlich interessant wird autonomes Fahren erst, wenn ein Mitarbeiter in einer Leitstelle mehrere Fahrzeuge gleichzeitig überwachen kann.