Genuss

Deshalb müffelt der Urin nach dem Spargel-Genuss

Wer Spargel isst und danach zur Toilette geht, wird feststellen: Der Urin riecht komisch. Wir verraten, was es damit auf sich hat.

Christine Scharfetter
Spargel - egal welcher Sorte - enthält Asparagusinsäure.
Spargel - egal welcher Sorte - enthält Asparagusinsäure.
Getty Images/iStockphoto

Jedes Jahr zur Spargelzeit fällt es wieder allen auf: Nach dem Verzehr des langen Gemüses riecht der Urin unangenehm. Warum eigentlich und ist das bei allen so?

Die einfache Antwort: Spargel enthält eine spezielle Säure, die sogar seinen lateinischen Namen trägt – die Asparagusinsäure. Diese wird bei der Verdauung in schwefelhaltige Stoffe zersetzt, die über die Nieren in den Urin kommen und dann beim ausscheiden auffällig riechen.

Nicht jeder besitzt das Enzym

Allerdings ist das nicht bei jedem Menschen der Fall. Damit die Asparagusinsäure in schwefelhaltige Stoffe zersetzt wird, ist ein Enzym erforderlich und eben dieses besitzt nicht jeder Mensch. Fehlt es, findet der spezielle Zersetzungsprozess von Asparagusinsäure in S-Methyl-thioacrylat und andere Stoffe nicht statt – und der unangenehme Geruch bleibt folglich aus.

Dieses Gemüse enthält am wenigsten Kalorien

Sonst hat das fehlende Enzym aber keine Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Ganz im Gegenteil dazu, wenn beispielsweise das Enzym Lactase fehlt. Dieses spaltet im Darm Milchzucker auf. Ist das Enzym nicht vorhanden, kann der Körper die Bestandteile von Milchzucker nicht aufnehmen und das führt zu Verdauungsproblemen.

Genetisch bedingt

Es gibt jedoch auch noch eine dritte Spargel-Gruppe: Sie besitzen zwar das Enzym, können den Geruch des Urins nach dem Spargelverzehr jedoch nicht wahrnehmen. Dies ist auf eine Mutation im Gen eines Geruchsrezeptors zurückzuführen. Sie leiden an einer spezifischen Anosmie, also einem selektiven Nicht-Riechen.

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