Flug-Chaos – in welchen Ländern es keine Probleme gibt

Am niederländischen Flughafen Schiphol ist diesen Sommer das reinste Chaos ausgebrochen.
Am niederländischen Flughafen Schiphol ist diesen Sommer das reinste Chaos ausgebrochen.Koen van Weel / ANP / picturedesk.com
Wer derzeit mit dem Flugzeug verreist, braucht oft gute Nerven. Doch Chaos und stornierte Flüge stehen nicht überall an der Tagesordnung.

Lange Wartezeiten, Gate-Chaos, verloren gegangene Kofferund verspätete Flügesind eigentlich kein Phänomen der Nach-zwei-Jahren-Corona-Zeit. Allerdings häufen sich diese ärgerlichen Reise-Vorkommnisse derzeit tatsächlich besonders. Der Grund: Nicht nur der einen oder anderen Fluglinie fehlt es an Personal, auch auf so manchem Flughafen wurden in den vergangenen zwei Jahren Sparmaßnahmen gesetzt – auf Kosten der neu gewonnen Reiselust.

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Besonders betroffen sind einige Flughäfen in Deutschland, aber auch in den Niederlanden und in Großbritannienläuft es alles andere als rund. Doch es ist nicht überall so.

Diese Urlaubsländer haben für die Reisezeit vorgesorgt

ITALIEN

Hier blieb das Chaos an den Flughäfen bisher aus - außer, wenn Verspätungen anderswo die Flugplänedurcheinandergebracht wurden, bestätigte Pierluigi Di Palma, Chef der zivilen Luftfahrtbehörde (ENAC), der Nachrichtenagentur Ansa. Die geringe Zahl an Problemen führt er vor allem auf Finanzspritzen des Staates zurück, der die Flughäfen in der Pandemie mit insgesamt etwa 800 Millionen Euro unterstützt hatte, unter anderem für Kurzarbeitergeld. Diese Finanzspritze habe es den Airports ermöglicht, das Personal zu halten und den Betrieb am Boden zu garantieren.

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GRIECHENLAND & ZYPERN

Die beiden Urlaubsländer haben für die wirtschaftlich so wichtige Touristensaison zeitig ausreichend Personal eingestellt. Sowohl die Sicherheitskontrollen als auch die Gepäckabfertigung laufen derzeit weitgehend normal, erklärte ein Sprecher des Athener Flughafens Eleftherios Venizielos gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Probleme entstünden hauptsächlich durch die vielen verspäteten Flieger aus Deutschland und Großbritannien und das dortige Chaos. Das führe immer wieder dazu, dass Touristen aus jenen Ländern an griechischen Flughäfen warten müssten, weil ihre Flieger zur Abreise Verspätunghätten oder aber noch gar nicht gelandet seien.

SPANIEN

In Spanienwurden während der Pandemie weniger Menschen auf die Straße gesetzt. Das ist dem sogenannten ERTE zu verdanken –einem Instrument des spanischen Arbeitsrechts, mit dem Unternehmen Arbeitsverträge für eine bestimmte Zeitspanne aussetzen können. Zur Finanzierung des ERTE in der Corona-Krise stellte die Regierung nach eigenen Angaben gut 19 Milliarden Euro zur Verfügung. Doch auch hier gibt es Warteschlangen und Verspätungen. Diese sind allerdings in erster Linie auf Streiks des Bodenpersonals von Ryanair und Easyjet sowie auf das Chaos auf Zubringerflughäfen zurückzuführen.

TÜRKEI

Grund für Verspätungen sei nicht zu wenig Personal sondern starkes Reiseaufkommenan Flughäfen wie dem in der Urlaubsregion Antalya, sagte Seckin Kocak, Chef von Hava-Sen, Gewerkschaft für Beschäftigte im Luftfahrtsektor. Personalengpässe geben es keine.

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Hier gibt es derzeit massive Probleme

NIEDERLANDE

Am niederländischen Flughafen Schipholist Chaos in diesem Sommer hingegen fast Alltag. Nach stundenlangen Wartezeiten starten die Flugzeuge teils mit erheblichen Verspätungen. Dutzende Flüge werden gestrichen. Bei der Gepäcksabfertigung herrscht Chaos und auch bei der Sicherheit gibt es zu wenig Personal. Der Grund: Aufgrund der hohen Arbeitsbelastungen und der Niedriglöhnen haben viele Mitarbeiter während der Corona-Zeit zu den Gesundheitsämtern gewechselt.

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GROSSBRITANNIEN

Um das Chaos zu bewältigen, hatte die britische Regierung kurz vor der Hauptreisesaison die Vorschriften für die Start- und Landerechte an den Flughäfen gelockert. Fluglinien können damit Verbindungen streichen und auf die sogenannten Slots verzichten, ohne fürchten zu müssen, die teuren Startrechte zu verlieren. Die größte britische Fluggesellschaft British Airways sagte dennoch mehr als 10.000 zusätzliche Kurzstreckenflüge bis Ende Oktober ab.

FRANKREICH

In Frankreichgibt es insbesondere an den Pariser Flughäfen Warteschlangen, Verspätungen und Flugausfälle. Der Grund: Das Bodenpersonal wurde während der Corona-Krise stark reduziert. Rund 4000 Stellen sind alleine an den Pariser Flughäfen Orly und Charles-de-Gaulle immer noch ausgeschrieben. Dazu kommen immer wieder Streiks der Beschäftigten für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, sowohl bei Airlines als zuletzt auch beim Bodenpersonal. In den vergangenen Tagen wurden am Flughafen Charles-de-Gaulle rund zehn Prozent der Starts und Landungen deshalb gestrichen.

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