"Es wird ein enges Gemetzel werden", hatte Stefan Kraft vor dem Springen auf der Normalschanze im "Heute"-Talk angekündigt. Er sollte recht behalten – ohne direkt beteiligt zu sein.
Denn der Olympiasieg ging überraschend an den Deutschen Philipp Raimund, der erstmals überhaupt einen Bewerb für sich entscheiden konnte. 3,4 Punkte lag der Champion, der bereits zur Halbzeit voran lag, vor dem Sensations-Silbernern Kacper Tomasiak (Pol). Bronze teilten sich Gregor Deschwanden (Sz) und Ren Nikaido (Jap) – ebenfalls eine Überraschung.
Österreichs Adler gingen leer aus. Stephan Embacher verbesserte sich mit einem starken zweiten Durchgang zwar auf Rang sieben, die Medaille verpasste er jedoch um 4,8 Zähler.
Jan Hörl wurde als zweitbester ÖSV-Athlet Elfter, Daniel Tschofenig landete auf Rang 15. Und Kraft? Der Topstar musste sich mit Platz 27 begnügen. "Kleine Fehler wurden brutal bestraft. Die Schanze ist schon eigenartig, es geht so eng zur Sache, das habe ich so noch nie erlebt."