Lockdown verlängert – Wiener Handel tobt

Wien hat den Lockdown bis zum 2. Mai verlängert - auch der Handel muss weiter geschlossen bleiben. (Symbolbild)
Wien hat den Lockdown bis zum 2. Mai verlängert - auch der Handel muss weiter geschlossen bleiben. (Symbolbild)HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Wien hat den Lockdown bis zum 2. Mai verlängert - auch der Handel muss weiter geschlossen bleiben. Die Branche ist wütend und enttäuscht.

Am Montagnachmittag verkündetet der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig eine weitere Verlängerung des vierten harten Lockdowns in der Bundeshauptstadt. Bis zum 2. Mai befindet sich Wien nach wie vor im "Ruhemodus". Einhergehend mit dem Lockdown bleiben auch Handel und Co. bis zum (vorerst) 2. Mai geschlossen. Erste Öffnungsschritte soll es dann im kommenden Monat geben. 

Kurz nach Ludwigs Statement meldete sich der Handelsverband in einer Presseaussendung zu Wort und übt heftige Kritik an der Lockdown-Verlängerung. Im Namen tausender verzweifelter Unternehmen in der Bundeshauptstadt sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will: 

"Die von der Schließung betroffenen Händler müssen nun zusätzliche Umsatzverluste von rund 420 Millionen Euro verkraften."

In weiterer Folge bedeutet das, dass sich "die Gesamtkosten für den vierten Lockdown allein im Wiener Handel auf rund 1 Milliarde Euro" summieren. Dadurch sind zudem zehntausende Arbeitsplätze gefährdet. "Welcher Betrieb kann es sich leisten, immer geschlossen zu haben und dabei kaum Hilfen zu bekommen?", fragt Will. 

Lockdown-Verlängerung im Handel unverständlich

Nach wie vor herrscht unter den Branchenvertretern Unverständnis für das Schließen des Handels. Außerdem wird darauf verwiesen, dass "mit jeder weiteren Einschränkung des öffentlichen Raums das Ansteckungsgeschehen noch stärker ins Private" verlagert werde. Laut Daten der AGES würden dort immerhin schon 85% aller Corona-Infektionen passieren. Den Handel, der nachweislich kein Corona-Hotspot ist, weiterhin zuzusperren, um die Mobilität der Menschen zu reduzieren – das ist nicht nur unverhältnismäßig, es funktioniert auch nicht mehr, äußert der Handelsverband Kritik an der Entscheidung Ludwigs.

 Der tägliche Blick auf die Straßen zeige, dass weite Teile der Bevölkerung nach mehr als einem Jahr Corona-Krise nicht mehr bereit seien, Ausgangssperren hinzunehmen.

"Auf der Praterwiese konnte man am Wochenende hunderte Gruppentreffen beobachten, der Zwei-Meter-Abstand wurde dabei nur in den seltensten Fällen eingehalten. Alle Mobilitätsanalysen belegen, dass es einen massiven Lockdown-Abnützungseffekt gibt, der sich mit jedem weiteren Lockdown-Tag verstärkt", erläutert Will. 

Zutrittstests erneut angekündigt

Nachdem das Thema Zutrittstests für den Handel vorerst auf Eis gelegt wurde, ist es nun wieder im Gespräch. Eigentlich war geplant, dass die Eintrittstests im Handel schon vor wenigen Wochen eingeführt werden - die Regelung hätte nach den Osterfeiertagen in Kraft treten sollen. Der Bundesrat blockierte hier aber. Nun wagt die Regierung einen neuen Anlauf für die wöchentlichen Berufsgruppen- und Zutrittstests in den Geschäften. Daher werden derzeit Gespräche geführt. Über die genauen Details wird noch diskutiert. (Mehr dazu hier >>)

In einem offenen Brief machen die Sozialpartner im österreichischen Handel indes ihrem Ärger über die geplanten Handels-Zutrittstests Luft. Gemeinsam mit der GPA-Vorsitzenden Barbara Teiber widmet sich der WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik an Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Sie sprechen sich strikt gegen die Einführung der Tests aus, da die Notwendigkeit jener nicht gegeben sei und die Umsetzung mit unterschiedlichen Problemen verbunden sei. Unter anderem sorgt die Frage, von wem, wann und in welcher Form die jeweiligen Tests kontrolliert werden sollen, für viel Verwirrung. Auch die Frage nach einer möglichen Ausweis-Kontrolle kommt bei den Vertretern auf. (Alle Details hier >>)

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