Im Gemeindebau in der Oswaldgasse in Wien-Meidling liegen bei vielen Bewohnern die Nerven blank. Der Grund soll eine stark verwahrloste Wohnung sein, aus der seit längerer Zeit ein intensiver Gestank dringt. Besonders an heißen Sommertagen sei die Situation kaum mehr auszuhalten.
"Beim Betreten oder Verlassen des Hauses müssen wir teilweise die Luft anhalten", schildern mehrere Anrainer gegenüber "Heute". Nach ihrer Wahrnehmung habe sich die Situation inzwischen auch auf die Hygiene im Haus ausgewirkt. Sie berichten von einem vermehrten Auftreten von Insekten und sorgen sich um die eigene Gesundheit.
Nach Angaben der Anrainer wurde die Situation bereits mehrfach an Wiener Wohnen gemeldet. Eine nachhaltige Verbesserung habe es aus ihrer Sicht bislang jedoch nicht gegeben. Dabei betonen die Bewohner, dass sie niemanden bloßstellen möchten. Vielmehr wünschen sie sich eine Lösung, die sowohl den Nachbarn als auch der betroffenen Mieterin hilft.
Auf Anfrage von "Heute" erklärt Wiener Wohnen, dass die Problematik bereits seit längerer Zeit bekannt sei. Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten seien wiederholt Maßnahmen gesetzt und verschiedene Behörden sowie soziale Einrichtungen eingebunden worden.
Bereits in der Vergangenheit sei das Case Management von Wiener Wohnen eingeschaltet worden. Zudem erfolgte 2024 auf Grundlage behördlicher Maßnahmen eine Reinigung der Wohnung durch das Hygienezentrum der Stadt Wien (MA 15). Danach seien zunächst keine weiteren Meldungen eingelangt.
Da Wiener Wohnen ohne Zustimmung der Bewohnerin keinen Zutritt zur Wohnung habe und bei behördlichen Verfahren nicht selbst Partei sei, seien die Handlungsmöglichkeiten begrenzt.
Nach dem aktuellen Hinweis habe Wiener Wohnen jedoch erneut reagiert – die betroffene Frau werde weiterhin sozialarbeiterisch betreut. Zusätzlich sei die zuständige Sozialeinrichtung beauftragt worden, rasch wieder Kontakt mit der Bewohnerin aufzunehmen, um ihr Hilfe anzubieten und die Situation für die Nachbarschaft zu verbessern.
Bewohner, die akute hygienische Missstände feststellen, können sich laut Wiener Wohnen außerdem direkt an das Hygienezentrum der Stadt Wien wenden. Dort könne geprüft werden, ob weitere behördliche Maßnahmen notwendig sind.