Eine Rammbock-Bande krachte Mittwochfrüh gegen 4.30 Uhr mit einem Lexus-SUV in die Auslage des bekannten Opernball-Juweliers "Von Köck" am Graben in der Wiener City. Nun werden immer mehr Details zu dem spektakulären Coup bekannt.
Die Verdächtigen hatten den Luxus-Juwelier in der Wiener City wahrscheinlich schon länger ausgekundschaftet. Sie wussten genau, was sie tagen, gingen äußerst schnell und gezielt vor: Innerhalb weniger Sekunden sollen sie Schmuck aus der zerstörten Auslage geraubt haben. Anschließend flüchteten sie mit ihrer Beute in einem zweiten Auto in unbekannte Richtung – wahrscheinlich sind die Verdächtigen laut Insidern längst im Ausland.
Das demolierte Fahrzeug ließen sie einfach am Tatort in der zerstörten Auslage zurück. Die Polizei sicherte Spuren, diese werden nun ausgewertet. Die Videoaufnahmen aus Kameras im Geschäft und in der Umgebung werden überprüft. Fest steht, dass die Täter keine Anfänger waren und arbeitsteilig vorgingen.
Auch am Donnerstag waren noch Reifenspuren am Pflaster vor dem Geschäft zu sehen. Um das Panzerglas zu durchbrechen, brauchte es einen wuchtigen Aufprall. Der SUV dürfte stark beschleunigt, dann mit hohem Tempo rückwärts in die Auslage gekracht sein.
Der Lexus dürfte zuvor gestohlen worden sein, dazu gibt es aber derzeit noch nicht mehr Informationen. Der Schaden am Geschäft und durch den Diebstahl ist enorm. "Die Ermittlungen sind im vollen Gange. Es wurden umfangreiche Spurensicherungen durchgeführt. Insbesondere natürlich am Tatort und im sichergestellten Pkw", so ein Polizeisprecher.
Der Versicherungspartner des Juweliers war bereits vor Ort, um sich selbst ein Bild von dem Schaden zu machen. "Es kommt noch ein Sachverständiger von Lloys of London, die hier der Versicherer sind", so Versicherungsprofi Nikolaus Barta zu ORF "Wien Heute". "Die schauen sich das an, wie hoch der Schaden tatsächlich ist." Der Juwelier bekomme den Schaden jedenfalls ersetzt.
Denn die Sicherungsmaßnahmen des Juweliers wären perfekt gewesen, ihm könne man keinen Vorwurf machen. Gegen den Auto-Rammbock hätte das Panzerglas aber keine Chance gehabt. Er schlägt vor, die Wiener Innenstadt in der Nacht mit Pollern abzusichern – um künftige Rammbock-Coups zu verhindern.