Ein mutmaßlicher Übergriff auf einen zehnjährigen Buben sorgt in Wien-Simmering derzeit für Aufregung. Eine Betreuerin der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) soll einen 10-Jährigen auf einem Spielplatz gewürgt und ihm die Hose heruntergezogen haben, den Vorfall quittierte sie danach angeblich mit einem Kuss auf die Stirn – erzählt die Mutter des Buben.
Der 10-Jährige war wegen verschiedener Probleme wochentags in dem Krisenzentrum untergebracht, wohnte nur am Wochenende zu Hause bei seinen Eltern. Die Mutter des Buben ist über den Vorfall entsetzt.
"Ich habe mit meinem Sohn videotelefoniert und sofort erkannt, dass etwas nicht stimmt", erzählt sie im Gespräch mit "Heute". "Er hatte einen Rollkragenpullover an und wollte nicht reden." Erst ein paar Tage später soll er mit der Sprache herausgerückt sein.
Der Vorfall soll sich am Donnerstag, 8. Oktober, gegen 15 Uhr auf dem Spielplatz in Wien-Simmering abgespielt haben. Der zehnjährige Bub, der zu diesem Zeitpunkt in der sozialpädagogischen Einrichtung untergebracht war, war in einen Streit mit einem anderen Kind verwickelt. Daraufhin habe ihm die Betreuerin gedroht, ihn auszuziehen.
„Ich stand da am Spielplatz und sie ist hergekommen und hat mir die Hose heruntergezogen“Betroffener (10) war in Krisenzentrum untergebarcht
Im weiteren Verlauf der geschilderten Situation soll die Sozialpädagogin das Kind von hinten umklammert und es anschließend auf die Stirn geküsst haben. Anwesende Zeugen beschrieben die Situation angeblich als "sehr unpädagogisch". "Ich stand da am Spielplatz und sie ist hergekommen und hat mir die Hose heruntergezogen", erzählt der Bub beim Lokalaugenschein mit "Heute". "Gewürgt worden bin ich auch."
Auf Anfrage von "Heute" bestätigt die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11), dass der mutmaßliche Vorfall bekannt sei und die Vorwürfe umfassend geprüft würden. "Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurden Gespräche mit dem betroffenen Kind und der betreffenden Mitarbeiterin geführt", heißt es in einer Stellungnahme gegenüber "Heute". "Um die Situation bestmöglich aufzuarbeiten, wurde zudem ein Psychologe hinzugezogen. Die Aufsicht der Wiener Kinder- und Jugendhilfe prüft den Sachverhalt und führt dazu weitere Erhebungen durch."
Eine andere Darstellung liefert allerdings ein Zivildiener, der zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs anwesend war. Laut MA11 habe dieser geschildert, dass die Betreuerin versucht habe, deeskalierend auf den Buben einzuwirken und dabei nur dessen Hände gehalten habe. Ein Würgen oder Herunterziehen der Hose habe er nicht beobachtet.
"Die Mitarbeiterin ist derzeit in einer anderen sozialpädagogischen Einrichtung eingesetzt und steht dort unter Beobachtung", so eine Sprecherin. "Diese vorläufige Maßnahme erfolgt im Rahmen der laufenden Sachverhaltsklärung. Die weitere dienstliche Verwendung wird anhand der Erkenntnisse aus den laufenden Erhebungen und unter Berücksichtigung des Kindeswohls beurteilt."
Die Mutter hat bereits Anzeige bei der Polizei erstattet und will nun gemeinsam mit Zeugen vor Gericht ziehen. Auch die MA 11 bestätigt eine polizeiliche Anzeige und prüft die Vorwürfe weiterhin intern. Für die beschuldigte Frau gilt die Unschuldsvermutung.