"Uns geht es gut"

Maduro meldet sich aus US-Haft – Proteste in Caracas

Nach Maduros Festnahme durch US-Truppen wächst in Venezuela der Druck auf die Regierung, politische Gefangene freizulassen.
Newsdesk Heute
11.01.2026, 09:29
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Der in den USA inhaftierte venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat sich laut seiner Familie aus dem Gefängnis zu Wort gemeldet. "Uns geht es gut. Wir sind Kämpfer", sagte Maduro in einem Video, das sein Sohn Nicolás Maduro Guerra am Samstag veröffentlicht hat. Während in Caracas Anhänger Maduros auf die Straße gingen und seine Freilassung forderten, warteten Angehörige politischer Häftlinge auf die von der Regierung versprochene Freilassung ihrer Verwandten.

Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden vor rund einer Woche bei einem US-Militäreinsatz in Caracas festgenommen und in die USA gebracht. Dort soll dem langjährigen Präsidenten wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden. Laut Sohn Nicolás hat sich sein Vater im Gefängnis in New York vor seinen Anwälten geäußert. Das Video wurde von der Regierungspartei PSUV am Samstag veröffentlicht.

Die Unterstützung für Maduro auf den Straßen hielt sich aber in Grenzen. In Caracas versammelten sich am Samstag im Westen der Stadt rund 1.000 Menschen, um für seine Freilassung zu demonstrieren. Auch im nahegelegenen Petare kamen ein paar Hundert zusammen – deutlich weniger als bei früheren Kundgebungen. "Ich werde so oft demonstrieren, wie es nötig ist, bis Nicolás und Cilia zurückkommen", sagte die 69-jährige Soledad Rodríguez.

"Keine Minute ruhen"

Von der politischen Spitze war bei den Protesten niemand zu sehen. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez war stattdessen auf einer Landwirtschaftsmesse und versprach dort im Fernsehen: Sie werde "keine Minute ruhen, bis wir unseren Präsidenten wiederhaben". Auch Innenminister Diosdado Cabello und Verteidigungsminister Vladimir Padrino López blieben den Protesten fern.

Der venezolanische Außenminister Yván Gil gab bekannt, dass die Regierung einen Prozess eingeleitet hat, "um die diplomatischen Beziehungen" zu den USA "wiederherzustellen".

Am Donnerstag begann Caracas mit der Freilassung mehrerer politischer Gefangener. Laut Opposition wurden bis Samstagabend nur 21 Personen entlassen, darunter einige bekannte Oppositionspolitiker. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass es in Venezuela zwischen 800 und 1.200 politische Gefangene gibt.

Venezuela hat Prozess begonnen

Unter den Freigelassenen waren der frühere Präsidentschaftskandidat Enrique Márquez und die bekannte Aktivistin Rocío San Miguel. Die Regierung hatte angekündigt, eine "große" Zahl von Häftlingen als Zeichen des Entgegenkommens freizulassen – ein Schritt, den die USA als eigenen Erfolg verbuchten.

"Venezuela hat den Prozess der Freilassung seiner politischen Gefangenen in großem Stil begonnen", schrieb US-Präsident Donald Trump am Samstagabend auf Truth Social. Er hoffe, diese Gefangenen würden sich "daran erinnern, wie viel Glück sie hatten, dass die USA gekommen sind und das getan haben, was getan werden musste".

Währenddessen warteten besorgte Angehörige vor Gefängnissen auf die angekündigte Freilassung. Vor dem berüchtigten El Helicoide in Caracas und vor El Rodeo in Guatire harrten viele schon seit Donnerstag aus. Bei Mahnwachen am Samstag hielten sie Kerzen und Schilder mit den Namen ihrer Verwandten.

Nebraska Rivas, 57, berichtete der Nachrichtenagentur AFP, sie habe zwei Nächte auf dem Gehsteig vor El Rodeo geschlafen, in der Hoffnung, bald ihren Sohn in die Arme schließen zu können. Sie sei "müde und wütend", vertraue aber darauf, dass die Regierung ihr Versprechen hält.

Das US-Außenministerium forderte unterdessen seine Landsleute in Venezuela auf, das Land "unverzüglich" zu verlassen. "Die Sicherheitslage in Venezuela bleibt weiterhin unbeständig", hieß es am Samstag in einer Sicherheitswarnung.

Trump hat am Samstag ein Dekret unterschrieben, das venezolanische Vermögenswerte in den USA – wie etwa Gelder aus dem Ölverkauf – schützen soll. Ein Fonds soll geschaffen werden, der zwar Venezuela gehört, aber in den USA angesiedelt und unter Kontrolle der US-Regierung steht.

Nach der Festnahme Maduros durch US-Elitesoldaten haben die USA laut Trump die Führung in Venezuela übernommen. Er forderte die politische Führung in Caracas auf, mit Washington zusammenzuarbeiten – auch, um die reichen Ölreserven des Landes zu nutzen.

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